1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Schule als Zuflucht vor politischen Unruhen

  6. >

Partnerschaftsverein aus Enger schickt 5000 Euro zusätzliche Nothilfen an Schule in Burkina Faso

Schule als Zuflucht vor politischen Unruhen

Enger

Der Partnerschaftsverein Enger-Burkina Faso möchte Danke sagen. „Wir haben in einer Zeit, die auch hier in Deutschland nicht einfach ist, so viel Hilfe und Solidarität für unser Projekt erfahren. Das ist einfach großartig“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Sabine Stahr.

Von Daniela Dembert

Diese beide Köchinnen sorgen täglich dafür, dass die Schüler des Collège eine bescheidene warme Mahlzeit erhalten. Da die wirtschaftliche und politische Situation in Burkina Faso derzeit sehr schwierig ist, schickten die Partner aus Enger zusätzliche Nothilfen für Verpflegung.

In den vergangenen Monaten seien mehrere tausend Euro Spendengelder zusammengekommen. Mit diesen konnte der Verein seine regulären Förderungen von Schulstipendien an einer Grund- und einer Berufsschule in Koudougou, der im Zentrum des Landes liegenden, drittgrößten Stadt Burkina Fasos, sichern.

Außerdem kann die kooperierende Berufsschule, das Collège Privée d‘Enseignement Technique auch in einer prekären humanitären Lage unterstützt werden. Die Vereinsvorsitzende Frauke Busch berichtet über die aktuelle politische Situation: „Ende Januar hat das Militär die Regierung des westafrikanischen Staates geputscht, da sich diese als machtlos gegen die seit Jahren andauernden Übergriffe islamischer Terrorgruppen erwiesen hat. Im ganzen letzten Jahr hat es immer wieder Angriffe des IS auf die Dörfer im Norden gegeben. Die Eltern der Schüler wollen deshalb nicht, dass ihre Kinder nach Hause kommen, so dass viele bei Verwandten oder sogar in der Schule schlafen.“

Deshalb und weil sich Lebensmittel durch die aktuelle Lage immens verteuert hätten, habe der Verein im vergangenen Jahr 5000 Euro zusätzliche Nothilfen gezahlt, um diese Schüler verpflegen zu lassen, so die Vereinsvorsitzende.

Die Schüler des Collège stehen für ein warmes Mittagessen an und verzehren es draußen, im Schatten eines Baumes.  Foto: privat

Es gehe hier um die elementarste Versorgung der 350 bis 400 Schüler, stellt Sabine Stahr klar. Die Kantine sei ein kleines Gebäude mit einer Kochstelle aus drei Gasbrennern und einem Lager, das einige Sack Reis, Hirse und Nudelpackungen umfasse, die für den täglichen Bedarf um einige frische Lebensmittel wie Lauchzwiebeln und Tomaten ergänzt würden. Stahr: „Zum Essen treffen sich die Schüler unter dem großen Baum auf dem Hof.“

Das Collège Privée bildet auch Mädchen aus und ist als eine von nur zwei berufsbildenden Schulen im ganzen Land durch die großen Ströme von Binnenflüchtlingen aus dem unsicheren Norden noch stärker gefragt. „Durch das vermehrte Spendenaufkommen konnten wir mehr Schüler mit einem Stipendium unterstützen“, sagt Busch.

So spartanisch ist die Kochstelle der Kantine eingerichtet.  Foto: privat

Insgesamt 2930 Euro sind bei der Aktion „Ein Herz für Burkina Faso“ zusammengekommen, für die Sabine Stahr 300 Herzanhänger aus Glas gefertigt und gegen eine Spende für den Verein angeboten hatte. Nur ein kleiner Rest von 20 Herzen ist noch zu haben.

„Außerdem haben wir 300 Euro aus dem Keksverkauf am Gymnasium bekommen und weitere größere Spenden von Gebern, die nicht genannt werden möchten“, zählt Busch auf. Das habe die finanzielle Situation des Vereins, dessen übliche Einnahmequellen durch Corona in den vergangenen zwei Jahren teils versiegt waren, wieder solide aufgestellt. „Wir danken allen, die uns unterstützt haben und auch den Geschäften Schierholz in Enger und Nottelmann in Spenge, ohne die der Verkauf der Herzen nicht möglich gewesen wäre“, betont Sabine Stahr.

Startseite
ANZEIGE