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Unterstützung für die Bewohner am Pionierweg

Schützen in Sennelager helfen Geflüchteten mit Kühlschränken

Paderborn-Sennelager

Inmitten steigender Temperaturen kann ein Teil der Bewohner in der Unterkunft für Geflüchtete am Pionierweg seine Lebensmittel von nun an in Kühlschränken lagern. Das macht eine Spende der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Sennelager möglich. Als Mitglieder davon hörten, dass in der Unterkunft, in der auch Mütter aus der Ukraine mit Kindern leben, keine Kühlgeräte stehen, handelten sie und sammelten 1200 Euro.

Von Rajkumar Mukherjee

Über die Kühlschränke freuten sich (von links) Michael Spors, ab 1. Juni Abteilungsleiter im Sozialamt Paderborn, sein Vorgänger Hubert Schonlau sowie die Ratsmitglieder Susanne Meiche, Dirk Koch und Markus Mertens. Die Spende übergaben Oberstleutnant Helmut Bartsch und Oberst Elmar Fortak. Foto: Rajkumar Mukherjee

Am Donnerstag übergaben Oberst Elmar Fortak und Oberstleutnant Helmut Bartsch, Mitglieder der St.-Hubertus-Schützen, acht Kühlschränke an die Stadt. „Wir freuen uns, dass die Spende, gemäß unserer Tradition, im Ort bleibt“, sagte Fortak. Die Geräte nahmen Hubert Schonlau, Abteilungsleiter im Sozialamt Paderborn und zuständig für die Aufnahme von Flüchtlingen, und sein Nachfolger Michael Spors entgegen. Spors wird die Aufgabe am 1. Juni übernehmen.

Dass es überhaupt zur Spende kam, machten Ratsherr Michael Mertens und Ratsfrau Susanne Meiche (beide CDU), Vorsitzende des Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande, möglich. Beide engagieren sich in der Hilfe für geflüchtete Ukrainer. So hatten sie, wie berichtet, die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer zum Herrichten der früheren Dempsey-Kaserne als Notunterkunft organisiert und koordiniert.

Probleme mit der Sauberkeit in der Unterkunft

Vor den Osterferien hatten Mertens und Meiche von einer engagierten Bürgerin den Hinweis erhalten, dass es in der Unterkunft am Pionierweg Probleme mit der Sauberkeit gibt – und Kühlschränke fehlen. Bei einem Besuch vor Ort hatten sie sich selbst ein Bild gemacht. Bezüglich der Hygiene hatten Mertens und Meiche dann bei der vorvergangenen Ratssitzung den Beigeordneten Wolfgang Walter informiert. „Von nun an gilt, dass es bei Erstbezug eine Reinigung in allen Einrichtungen der Stadt gibt“, sagte Mertens.

In puncto fehlende Kühlschränke war unterdessen eine Anfrage der St.-Hubertus-Schützen gelegen gekommen. Sie hatten, so Mertens, von der Hilfe vieler Ehrenamtlicher für die Notunterkunft in der Dempsey-Kaserne erfahren und wollten ebenso helfen. So lenkte Mertens den Blick auf die fehlenden Kühlschränke. Involviert war auch Schützenbruder Dirk Koch, CDU-Ratsherr und amtierender Schützenkönig in Sennelager. Die Stimmung bei der jüngsten Generalversammlung der Schützenbruderschaft im April mit 115 der insgesamt 700 Mitglieder beschrieb Fortak: „Alle waren mit dem Vorschlag einverstanden.“ Und nach der Sammlung des Geldes kauften die Schützen die Kühlschränke kurzerhand selbst.

Bewohner können Kühlschränke über Leistungsanspruch beantragen

Etwa 70 Geflüchtete leben derzeit am Pionierweg, überwiegend Familien aus unterschiedlichen Ländern darunter die Ukraine, sagte Schonlau. Die Hausmeister sollen nun schauen, wo die Kühlschränke am dringendsten benötigt werden.

Im Namen der Stadt bedankte sich Schonlau für die Spende. Zugleich trat er dem Eindruck entgegen, der Bund, das Land oder die Stadt würden solche Einrichtungen grundsätzlich nicht mit Kühlschränken ausstatten. Bewohner könnten diese über den zustehenden Leistungsanspruch beantragen. Solche Anträge lägen der Stadt vor. Allerdings dauere die Bearbeitung: vor allem, seitdem Ukrainer auf der Flucht sind.

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