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Wachschutz engagiert: PBSV hat in Paderborn Ärger mit Hundebesitzern und feiernden Jugendlichen

„Schützenplatz ist kein Hundeklo“

Paderborn

Das Hinweisschild am Eingang zum Schützenplatz ist eindeutig: „Hunde gehören an die Leine“, sagt Bernd Zengerling. Gegen diesen Hinweis wird aber immer häufiger verstoßen. Jüngst hätten zwei freilaufende Hunde sogar einen Hasen gerissen. Doch es gibt noch mehr Ärger in der „guten Stube“ der Schützen.

Von Ingo Schmitz

Bernd Zengerling zeigt auf das Hinweisschild: „Hunde an die Leine“, heißt es dort unmissverständlich. Foto: C. Nolden

Zengerling ist Oberstleutnant im Paderborner-Bürger-Schützenverein von 1831 und damit Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes. Er kümmert sich um die Belange des Areals, wo sich in jüngster Zeit die Probleme häufen. Einige unbelehrbare Hundehalter, die das Gelände als Trainingsgelände missbrauchen und den Kot der Tiere zurücklassen, sind nur eine Baustelle. Eine weitere sind die illegalen Partys, die dort stattfinden. Die Jugendlichen sorgen für Lärm und lassen ihren Müll wie Schnapsflaschen oder auch Drogenspritzen zurück, berichtet Zengerling. Die dritte Baustelle ist besonders ärgerlich: Unbekannte Täter sorgen für Zerstörungen an den Bauden oder am Mobiliar des Biergartens.

Dem PBSV reicht es: Er hat einen Wachschutz engagiert, der in den Abendstunden für Ordnung sorgen soll. Die Liste der bisherigen Zerstörungen ist lang: Es gab Einbruchsversuche, zerstörte Biergartenstühle, eingeschlagene Fenster, weggeschlagene Beleuchtungen.

Das wunderschöne Ambiente lockt von jeher Spaziergänger an. Seit Corona sind immer mehr Hundebesitzer darunter, die die Flächen nutzen, um den Hund apportieren zu lassen. Einige Hundefreunde seien einsichtig, wenn man sie auf die Leinenpflicht anspreche, sagt Zengerling. Andere würden aber verbal ausfallend. Ärgerlich seien auch die Tretminen. „Wir sind hier kein Hundeklo. Das ist ein Platz für alle Bürger“, stellt der Oberstleutnant klar.

Der PBSV habe auch schon Polizei und Ordnungsamt auf die illegalen Partys mit Alkohol- und Drogenkonsum aufmerksam gemacht, die ihre Streifen verstärkt hätten. Insbesondere leere Spritzen seien eine Gefahr für spielende Kleinkinder.

Zengerling hofft, dass langsam wieder Ruhe auf dem Platz einkehrt. Denn eines möchte der PBSV eigentlich nicht: „Wir wollen keine Platzverweise aussprechen müssen. Wenn sich die Lage aber nicht bessert, wird es dazu kommen.“

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