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Paderborner Stadtmuseum nimmt erste Leihgaben für große Libori-Ausstellung entgegen

Seit 500 Jahren ein guter Grund zum Feiern

Paderborn

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Vom 23. Juli an zeigt das Paderborner Stadtmuseum die Ausstellung „Libori 500. Vom Magdalenenmarkt zu Großlibori 1521 bis 2021“. Sie blickt auf die Geschichte eines der größten und ältesten Volksfeste in Deutschland.

Die ersten Leihgaben sind bereits da: Schausteller Antonio Noack (rechts) und Markus Runte vom Paderborner Stadtmuseum freuen sich auf die Ausstellungseröffnung im Juli. Foto: Stadt Paderborn

Jedes Jahr im Juli feiern Erzbistum und Stadt Paderborn gemeinsam Libori. Mehr als 1,5 Millionen Gläubige, Pilger, Markt- und Kirmesbesucher strömen dann in die Stadt, um friedlich zu Ehren des Dom-, Stadt- und Bistumspatrons, des Heiligen Liborius, zu feiern. Liborius war im 4. Jahrhundert Bischof von Le Mans in Frankreich. Sein Todestag ist der Überlieferung nach der 23. Juli 397. Im Jahr 836 wurden seine Gebeine von Le Mans nach Paderborn übertragen. Als kirchliches und weltliches Volksfest ist Libori der Höhepunkt im Jahresfestkalender – nicht nur für Paderborner.

„Auch in diesem Jahr werden wir erneut kein richtiges Libori feiern können, umso mehr freuen wir uns darauf, im Stadtmuseum auf „500 Jahre Libori-Markt“ blicken zu können“, so Markus Runte, Leiter des Stadtmuseums und Kurator der Ausstellung. Erste Leihgaben brachte jetzt Schausteller Antonio Noack aus Paderborn dem Museum, darunter ein historisches Holzpferd, ein Rundkarussell, Figuren und Fotografien aus der Zeit um 1900 bis heute. „Ich freue mich, dass es nun eine Ausstellung gibt, die sich mit der langen Tradition der Volksfeste und besonders des Liborimarktes beschäftigt. Sie zeigt auch, wo unser Beruf herkommt und was ihn bis heute ausmacht“, so Noack, der schon als Kind mit seinen Eltern und den Fahrgeschäften von Stadt zu Stadt reiste.

Auf Libori ist die Familie bereits seit mehr als 50 Jahren mit dem beliebten Pferdekarussell vertreten und auch der Musikexpress ist von der Kirmesmeile auf dem Liboriberg nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus zählt das Historische Riesenrad, das unter anderem beim Paderborner Weihnachtsmarkt zu sehen ist, zu den Attraktionen des Paderborner Schaustellers.

Mit der Ausstellung blickt das Stadtmuseum auf ein Markt- und Kirmesgeschehen, das seinen Ursprung im 16. Jahrhundert hat. Mit dem „Magdalenenmarkt“ findet es seinen Anfang im Jahr 1521. Gegründet durch Bischof Erich von Grubenhagen (1508-1531), erhält der Markt seinen Namen unter Bezug auf den Festtag der Heiligen Maria Magdalena. Gehalten werden soll er jeweils drei Tage vor und drei Tage nach dem 22. Juli. Der Beginn des Marktes fällt sowohl mit dem Tag der Kirchweihe des Domes (1068) als auch mit den kirchlichen Liboriusfeierlichkeiten zusammen und konnte die besten Voraussetzungen für ein blühendes Marktgeschäft bieten.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Magdalenenmarkt vor dem Westerntor abgehalten bevor er auf den Domplatz verlegt wurde. Im Zusammenspiel mit den kirchlichen Feierlichkeiten und die glanzvolle 900-Jahr-Feier im Jahr 1736 als Prachtentfaltung höfischer Inszenierung, entwickelte sich der Markt ab Mitte des 19. Jahrhundert zu voller Blüte und erhielt erst ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung Libori-Markt.

Die Ausstellung wird bis zum 30. Januar 2022 zu sehen sein. Informationen zum Stadtmuseum und zur Ausstellung gibt es auch telefonisch unter 05251/ 8811247 und unter www.paderborn.de/stadtmuseum.

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