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Verantwortung für die Schöpfung: Franziskanerinnen Salzkotten als „Fairer Konvent“ ausgezeichnet

Seit Jahrzehnten auf dem Weg

Salzkotten

Die Franziskanerinnen Salzkotten sind ein „Fairer Konvent“. Die Auszeichnung wurde den Ordensschwestern jetzt im Mutterhaus in Salzkotten von der Steuerungsgruppe „Faire Gemeinde“ verliehen.

Die Franziskanerinnen Salzkotten und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich über die Zertifizierung als „Fairer Konvent“ (vorne von links): Ferdinand Heiermeier, Susanne Föller, Schwester M. Angela Benoit, Schwester Dr. M. Alexandra Völzke und Dominik Kräling. Foto: Michael Bodin

Das Zertifikat gilt als Beleg für den Einsatz für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und globale Gerechtigkeit.

„Mit Ihrem Handeln haben Sie aktiv Verantwortung für die bedrohte Schöpfung übernommen, lobte Susanne Föller, Leiterin des Teams „Weltmission – Entwicklung – Frieden“ im Erzbischöflichen Generalvikariat. Gemeinsam mit Dominik Kräling, Bildungsreferent im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum, überreichte sie das Zertifikat „Fairer Konvent“ an Schwester M. Angela Benoit, Provinzoberin der Franziskanerinnen Salzkotten.

„Wir sind seit Jahrzehnten auf diesem Weg, nicht erst in jüngerer Zeit“, betonte Schwester M. Angela. Es sei ein kontinuierlicher Weg, den die Gemeinschaft bewusst in den 1980er Jahren begonnen habe und der von der franziskanischen Spiritualität her schon immer angelegt sei, erläuterte sie.

Obwohl mit erheblichen Mehrkosten verbunden, nutzten die Schwestern bereits in den 1980er Jahren fair gehandelten Kaffee im Mutterhaus und in ihren Einrichtungen. Ferdinand Heiermeier, einer der Hausmeister im Mutterhaus, entwickelte über viele Jahre immer wieder Maßnahmen, um Energie zu sparen, Abwasser zu verringern und den Verbrauch von Material zu reduzieren. Die Heizung im Mutterhaus ist längst so eingestellt, dass sie sich den Außentemperaturen anpasst, wodurch viel Energie gespart wird.

Diese und eine Reihe weiterer kleiner und großer Veränderungen wurden bei der Auszeichnung positiv hervorgehoben. Die Großküche etwa verwendet möglichst lokale und faire Produkte, beispielsweise bei Honig, Fleisch, Backwaren, Obst und Gemüse. Schokolade gibt es im Mutterhaus nur aus fairem Anbau und Handel.

Ein Blockheizkraftwerk, die Auslagerung der Wäscherei, ein neuer Kochkessel und seit dem Sommer 2020 ein Elektro-Auto stehen darüber hinaus für eine nachhaltige Energienutzung. Im Mutterhausgarten wurden ein Insektenhotel und zwei große Blumenfelder angelegt, die Insekten einen Lebensraum bieten.

Auch die Finanzen legen die Schwestern in Zusammenarbeit mit der Bank für Kirche und Caritas Paderborn nach ethischen und ökologischen Gesichtspunkten an.

Seit 20 Jahren bilden die Franziskanerinnen junge Menschen als Missionare auf Zeit (MaZ) aus. Intensiv werden sie mit der Thematik „Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden“ konfrontiert, und sie lernen Hintergründe und globale Zusammenhänge kennen.

Von den Missionarinnen auf Zeit selbst wurde ein Arbeitsmodul für Schulklassen und andere Gruppen mit dem Titel „Eine Welt in unseren Händen“ entwickelt, das auch in der Firmvorbereitung und in höheren Schulklassen eingesetzt werden kann. Dabei geht es um die Herkunft von Schokolade, um Kinderarbeit, die Produktion billiger Kleidung und darum, was all das mit dem Wohlstand hierzulande zu tun hat.

Die Auszeichnung als „Fairer Konvent“ sei eine Motivation, auch in Zukunft in diesem Sinne weiter zu handeln und gemeinsam auf diesem Weg zu bleiben, sagt Schwester Dr. M. Alexandra Völzke, die dem internationalen Team für „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ in ihrer Gemeinschaft angehört.

Initiative „Faire Gemeinde“

Die Initiative „Faire Gemeinde“ ist ein Zusammenschluss kirchlicher Akteure im Erzbistum Paderborn, die ihr Engagement für globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit kontinuierlich ausbauen. Sie bietet ein eigenes Zertifizierungssystem an und macht damit kirchliches Engagement im Zusammenhang von Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sowie von Eine-Welt-Arbeit sichtbar. „Faire Gemeinde“ richtet sich an Kirchengemeinden, Verbände, kirchliche Schulen, Konvente und Bildungseinrichtungen. https://faire-gemeinde.de

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