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Geschichtslehrer richtet Unterrichtsprojekt aus – Vermittlung der Schicksale ehemaliger jüdischer Mitbürger

Sekundarschüler reinigen Stolpersteine

Warburg

17 weitere Stolpersteine waren im März 2019 in Warburg verlegt worden, mit Hilfe der Stadt Warburg, privater Unterstützer sowie der Sekundarschule Warburg und den beiden Gymnasien. Die Steine werden seitdem regelmäßig von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Warburg gereinigt. Nun war es wieder soweit.

Schüler der Sekundarschule Warburg haben Stolpersteine in Warburg gereinigt. Foto: Sekundarschule Warburg

Die Stolpersteine müssen regelmäßig gereinigt werden, „da sich die Messingplatten nach gewisser Zeit aufgrund der Wettereinflüsse optisch kaum mehr von dem Straßenpflaster abheben“, teilt die Sekundarschule in einer Pressemitteilung mit. Diese Pflege und weitere Aktionen habe Geschichtslehrer Johannes Bialas zu einem Unterrichtsprojekt zusammengefügt.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts des Jahrgangs zehn erfahren die Jugendlichen demnach von den Schicksalen jüdischer Familien zur Zeit des Nationalsozialismus. „Vor allem August Heul hat die mündlichen Überlieferungen in dem Buch ‚Erinnerungen‘ gesammelt und es somit geschafft, dass die Erlebnisse der jüdischen Mitbewohner aus Warburg nicht in Vergessenheit geraten“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Emotionale Betroffenheit wecken

„Für die Schülerinnen und Schüler ist es eine wertvolle Erfahrung, Geschichte in Verbindung mit der Begehung vor Ort zu erfahren“, wird Johannes Bialas in der Pressemitteilung zitiert. Wenn die Schüler die Geschichten der entrechteten und ermordeten jüdischen Bürger Warburgs hören, stünden sie vor den Häusern, in denen diese Bürger gelebt und gearbeitet haben. Die emotionale Betroffenheit, die sich bei den Jugendlichen einstelle, „wird zu einer bleibenden Erinnerung an die Menschen“.

Die ersten fünf Stolpersteine in Warburg seien im 2009 durch den Künstler Gunter Demnig verlegt worden, weitere 22 folgten 2010. Diese mit Inschriften versehenen Messingplatten erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und bilden das größte dezentrale Denkmal mit mittlerweile 75.000 Stolpersteinen weltweit, heißt es weiter.

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