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Carolin Cakir ist im Katastrophengebiet aufgewachsen – Hövelhofs Bürgermeister unterstützt Spendenaufruf

Sennegemeinde hilft im Ahrtal

Hövelhof

Die Sennegemeinde Hövelhof bittet um Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Die Hövelhoferin Carolin Cakir ist dort aufgewachsen und weiß, was die Menschen in ihrer alten Heimat am dringendsten gebrauchen können. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

Werben für Spenden für die Flutopfer (von links): Benedikt Michaelis, Markus Cakir, Carolin Cakir und Bürgermeister Michael Berens. Foto: Gemeinde Hövelhof

Die Not im Hochwasser-Katastrophengebiet an Ahr und Erft kennt zurzeit viele Gesichter. Doch auch die Hilfe lässt sich an Menschen festmachen. Eine dieser Helferinnen ist die Hövelhoferin Carolin Cakir, die gemeinsam mit Ehemann Markus und Bürgermeister Michael Berens eine Hilfsaktion in Leben gerufen hat, um den Menschen, die Ahrtal in bitterer Not überlebt haben, eine Perspektive zu geben.

Carolin Cakir ist im Ahrtal aufgewachsen und hat rund 30 Jahre in Bad Breisig gewohnt. Ihre Angehörigen leben auch heute noch in der Region und erleben die Not der Menschen hautnah. Der Überlebenskampf der Flutopfer dort hat Carolin Cakir so aufgerüttelt, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester, die in Sinzig lebt, begonnen hat, die Menschen dort zu unterstützen.

Eindringlich schilderten sie und ihr Ehemann Bürgermeister Michael Berens (CDU) und Benedikt Michaelis, Sachbearbeiter im Bürgeramt, die verzweifelte Situation der Flutopfer: „Die Lage ist chaotisch.“ Riesige Flutwellen haben kleine Dörfer in Flussnähe fast vollständig zerstört. Überall fehlt es dort am Notwendigsten. Wasser und Strom funktionieren nicht mehr. Große Mengen an Bekleidung und Sachspenden liegen bereits auf Halde, aber das habe bei den Menschen zurzeit nicht oberste Priorität, sagt Cakir. Schutzmasken, Handschuhe, Desinfektionsmittel wegen des verunreinigten Wassers und Verbandmaterial seien besonders gefragt. Ebenso benötigt werden feuchte Reinigungstücher und einfache Werkzeuge. Auch Gutscheine für Drogerie- und Baumärkte helfen, dringlichen Bedarf zu decken. „Die Menschen dort brauchen alles“, erklärt Cakir.

Bislang dient Carolin Cakirs Schwester als örtliche Verteilstelle für Hilfsgüter. Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks haben bei ihr Quartier bezogen und wissen, was wo gebraucht wird. Um diese unmittelbare Hilfe zu unterstützen, hat die Gemeinde ein Sonderkonto bei der Volksbank Delbrück-Hövelhof eingerichtet. Unter dem Stichwort „Hövelhof hilft“ können auf dem Konto mit der IBAN DE14 4726 2703 2107 8210 00 Geldspenden eingezahlt werden. Allerdings darf die Gemeinde keine Spendenquittungen ausstellen.

Parallel dazu stellt die Sennegemeinde 16.000 Schutzmasken zur Verfügung, um nicht ausreichend geimpfte Bürger vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Außerdem bittet die Gemeinde, überzähliges Verbandsmaterial – etwa ausgemusterte Verbandkästen - zu spenden. Sammelboxen stehen am Rathaus und am Bauhof bereit. Auch größere, stabile Einkaufstaschen werden benötigt.

Diese Sachspenden wird die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Hövelhof mit dem Gerätewagen Logistik in Kürze in Richtung Sinzig auf den Weg schicken, wo sie in Absprache mit der örtlichen Einsatzleitung verteilt werden sollen. Ein Problem dabei stellt die großteils zerstörte Verkehrsinfrastruktur dar. Viele kleine Orte sind noch immer nur mit hochgeländegängigen Fahrzeugen zu erreichen.

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