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Auf dem New Haven Platz in Borgholzhausen beginnt die Umgestaltung

Sommerlinde statt Trauerbuche

Borgholzhausen

Der zentrale Platz von Borgholzhausen soll neu gestaltet werden. Dort sollen auch bald wieder öffentliche Veranstaltungen über die Bühne gehen können.

Von Johannes Gerhards

Auf dem New Haven Platz in Pium hat das Gartenbauunternehmen Buchalla mit den Umgestaltungsarbeiten begonnen. Von links Bruno Peters (Landschaftsarchitekt), Arnold Weßling (Vorsitzender APB), Marco Kaase (Buchalla), Lothar Ropohl (Deutsch-amerikanischer Freundeskreis), Konstantin Plümer (Bezirksregierung Detmold), Fred Peters (Bauamt) und Bürgermeister Dirk SpeckmannBis September 2019 stand diese mächtige Trauerbuche im Ortskern von Borgholzhausen. Der 130 Jahre alte Baum musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Foto: GerhardsGerahrds

Jahrzehntelang hat eine mächtige Trauerbuche das Stadtzentrum von Borgholzhausen unweit des Rathauses geprägt. Im September 2019 musste der 20 Meter hohe und 130 Jahre alte Baum mit einem Kronendurchmesser von rund 16 Metern gefällt werden. Die letzten Reste des acht Tonnen schweren Wurzelrestes hat das Forstunternehmen von Hoff unlängst entfernt und abtransportiert.

Jetzt ist der Weg frei für die Neugestaltung des New Haven Platzes, benannt nach Piums Partnerstadt im amerikanischen Bundesstaat Missouri. Nach zahlreichen Vorschlägen aus der Bevölkerung hatte sich der Stadtrat von Borgholzhausen mehrheitlich für eine Umgestaltung des Platzes ausgesprochen. Arnold Weßling, Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses, rechtfertigt die Notwendigkeit der recht ausgiebigen Diskussion mit der stadtbildprägenden Bedeutung des Ensembles. So habe sich herausgestellt, dass die Stützmauer entlang der Schulstraße für viele Bewohnerinnen und Bewohner einen mit zahlreichen Erinnerungen verbundenen stadtprägenden Charakter hat und »einfach zu Pium gehört«.

Bis September 2019 stand diese mächtige Trauerbuche im Ortskern von Borgholzhausen. Der 130 Jahre alte Baum musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Foto: Gerhards

»Auch weil uns bei begrenzten kommunalen Ressourcen mit Fördermitteln geholfen wurde, ist am Ende ein tragfähiger Kompromiss erzielt worden«, erklärt Weßling angesichts der offiziellen Übergabe des Förderbetrages in Höhe von knapp 152.000 Euro. »Ohne diese Mittel hätte es nur für eine schlanke Lösung gereicht«, betont Fred Peters vom Bauamt der Stadt Borgholzhausen, der die Gesamtkosten der Maßnahme mit rund 235.000 Euro beziffert.

»Hier geht es um einen Begegnungsort voller Ausdrucks-stärke und Schönheit,«

Die »Dorferneuerungsmittel« stammen aus dem Förderprogramm von Bund und Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes« vorrangig für Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnern. Laut Weßling geht es hier um einen »Begegnungsort voller Ausdrucksstärke und Schönheit« mit einer Wirkung für mehrere Generationen. Er geht davon aus, dass sich nach der sechswöchigen Bauzeit alle darüber freuen werden.

Nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Bruno Peters soll an der Stelle der alten Trauerbuche eine Sommerlinde mit dem wissenschaftlichen Namen Tilia platyphyllus gepflanzt werden. Die Zahl der Parkplätze wird auf drei reduziert, der gepflasterte Platz kann in Zukunft auch für Freiluftveranstaltungen und Feierlichkeiten genutzt werden. Das an die Städtepartnerschaft erinnernde Denkmal »Hands across the Sea« wird in Richtung Schulstraße versetzt und künftig vom amerikanischen Blüten-Hartriegel (Cornus florida) umsäumt. »Das ist der Staatsbaum von Missouri«, sagt Lothar Ropohl vom Deutsch-amerikanischen Freundeskreis über die wegen ihrer auffälligen Blütenpracht beliebte Zierpflanze.

Eingebunden in das Förderkonzept ist die barrierefreie Neugestaltung des Rathausvorplatzes. »Auch in diesem Bereich helfen uns die Dorferneuerungsmittel sehr«, betont Bürgermeister Dirk Speckmann. Er bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung und lobt das diesbezügliche Konzept der schwarz-gelben Landesregierung, wodurch kleine Kommunen für die Bürger letztlich lebenswerter werden.

»Aus Sicht der Bezirksregierung hat Borgholzhausen bei diesem tollen Projekt alles richtig gemacht«, bestätigt Konstantin Plümer, Leiter des Dezernats Ländliche Entwicklung und Bodenordnung. Nach seinen Angaben beträgt die jährlich neu festgelegte Gesamtsumme im entsprechenden Fördertopf des Landes NRW gegenwärtig rund 20 Millionen Euro.

Eine erste Möglichkeit, den Platz für eine Feier zu nutzen, bietet sich bereits Ende Mai, wenn eine amerikanische Schülergruppe in Borgholzhausen erwartet wird. Bis dahin sollte die Umgestaltung erfolgreich abgeschlossen sein.

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