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Viele Anfragen beim Fachdienst für Integration und Migration Micado im Caritasverband Paderborn

Sorge um in Kabul lebende Angehörige

Paderborn

Der Fachdienst für Integration und Migration Micado im Caritasverband Paderborn ist derzeit sehr gefragt: Afghanisch-stämmige Paderborner Bürger sind in großer Sorge um ihre in Kabul lebenden Angehörigen und erhoffen sich Unterstützung.

Am Rande des internationalen Flughafens Hamid Karzai in Kabul: Hunderte von Menschen, von denen einige Dokumente in der Hand halten, versammeln sich im Rahmen der Evakuierungen aus dem Land an Bussen in der Nähe eines Kontrollpunkts. Khwaja Tawfiq Sediqi/AP/dpa Foto:

„Derzeit erhalten wir täglich sehr viele Anfragen. Aufgrund der unklaren Rechts- und Evakuierungslage sowie der hohen Anzahl von Ratsuchenden sind wir leider momentan nicht in der Lage, auf jede Bitte individuell zu reagieren“, so Martin Strätling, Leiter des Fachdienstes.

„Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir derzeit lediglich auf die Informationen des Auswärtigen Amts und der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege verweisen können. Die Afghanistan-Krise wird uns nachhaltig beschäftigen“, prognostiziert Strätling. Bereits jetzt sei eine Überlastung der Beratungsstellen absehbar. Auch auf das Psychosoziale Zentrum werden viele neue Klienten zukommen. Die Verzweiflung der Menschen sei riesig und man erkenne deutlich den Bedarf für psychosoziale Unterstützung der hilflosen Ratsuchenden. Dies sei das Resultat einer verfehlten internationalen Politik, in deren Rahmen auch die Bundesregierung versagt habe. „Gut, dass wir seit 2015 vor Ort über bestehende Netzwerke im Haupt- und Ehrenamt verfügen, über die zumindest einiges wird abgefangen werden können“, so Strätling.

Der Caritasverband bittet Ratsuchende, ihre Fragen per E-Mail unter micado@caritas-pb.de zu stellen. Sie erhalten dann eine schriftliche Information, die laufend entsprechend der Informationen des Auswärtigen Amts und der Wohlfahrtsverbände aktualisiert wird.

Martin Strätling. Foto:
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