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Rohstoffmangel hat Auswirkungen: Unternehmen plant Eröffnung in Bad Lippspringe erst für Mitte Oktober

Start der Josefs-Brauerei verzögert sich

Bad Lippspringe

Eigentlich sollte das erste in Bad Lippspringe gebraute Bier bereits seit mehreren Wochen aus den Zapfhähnen von Gaststätten laufen. Tatsächlich aber wird es dazu erst im Oktober kommen, da sich die Fertigstellung der Produktions- und Lagerhallen der Josefs-Brauerei im Gewerbegebiet Am Vorderflöß verzögert.

Von Per Lütje

Noch befinden sich die beiden Lager- und Produktionshallen im Gewerbegebiet Am Vorderflöß im Rohbauzustand.Die Gesellschafter Christian Hafer und Martin Kleinhusmann (von links) sowie Patrik Banzer, Ralf Eckel und Guido Hentze (von rechts) stoßen mit Braumeister Wolfgang Mehringer (Dritter von links) beim Bierfest in Schloß Neuhaus auf ein gutes Gelingen ihres Unternehmens an. Foto: Oliver SchwabePer Lütje

An der Entwicklung ist das Coronavirus nicht ganz unschuldig. Ursprünglich wollte die bislang im sauerländischen Bigge-Olsberg ansässige Brauerei ihren Standort bereits zum 30. Juni nach Bad Lippspringe wechseln. „Aufgrund der anhaltenden Lieferverzögerungen bei Rohstoffen, die im Zuge der Lockdowns aufgetreten sind, verschiebt sich unser Vorhaben“, erklärt Christian Hafer, einer von insgesamt sechs Gesellschaftern der künftigen Josefs-Brauerei mit Sitz in der Kurstadt.

In den beiden Lager- und Produktionshallen im Gewerbegebiet am Vorderflöß sollen nach Angaben Hafers zunächst rund 20.000 Hektoliter Getränke abgefüllt werden – neben verschiedenen Biersorten auch alkoholfreie Getränke wie zum Beispiel Limonaden und isotonische Getränke.

Am Braukessel steht übrigens ein waschechter Bayer: Wolfgang Mehringer heuerte vor rund zweieinhalb Jahren in der Josefs-Brauerei an und wird künftig auch in Bad Lippspringe über die Qualität von Pils, Weizen und Co. wachen. Er verrät, was Einfluss darauf hat, dass Biere unterschiedlich schmecken: „Das ist zum einen die Temperatur bei der Gärung und zum anderen das verwendete Wasser“, sagt Mehringer, der aus einer Brauereifamilie stammt. Und obwohl Bad Lippspringes Quellen als Heilwasser anerkannt sind, soll dieses künftig nicht zum Brauen eingesetzt werden. „Es ist viel zu eisenhaltig und würde die Leitungen sehr schnell zusetzen. Wir werden unser Wasser aus Paderborn beziehen.“ Aber vielleicht, sagt der Braumeister, „werde ich später mal versuchen, mit dem Bad Lippspringer Quellwasser ein dunkles Starkbier anzusetzen.“

Rund 15 Mitarbeiter sollen anfangs den Betrieb an der neuen Produktionsstätte zum Laufen bringen. Bei einem Teil der Belegschaft handelt es sich um Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, denn die Josefs-Brauerei ist ein Inklusionsbetrieb und war bei ihrer Gründung im Jahr 2000 europaweit die erste ihrer Art. „Vor diesem Hintergrund kooperieren wir mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Caritas, dem Fachintegrationsdienst und der Arbeitsagentur. Es können sich aber gerne auch direkt Menschen mit Behinderungen an uns wenden, da wir für den neuen Standort noch Mitarbeiter suchen“, sagt Christian Hafer. Ansprechpartnerin ist Viktoria Schulte Broer aus dem Marketingbereich der Josefs-Brauerei, die per E-Mail unter josefs@josefsbraeu.de erreichbar ist.

Damit die Brauerei während des geplanten Umzuges im Herbst nicht trocken fällt – schließlich wird auch die komplette Produktionsstraße von Olsberg nach Bad Lippspringe transportiert – produziert das Unternehmen einen Vorrat für etwa vier Wochen.

Die Getränke der Josefs-Brauerei sollen künftig nicht nur im Einzel- und Fachhandel in der Region vertrieben werden, sondern auch in Gaststätten und Restaurants. Derzeit sind Hafer und seine Mitstreiter – allesamt befreundete Unternehmer aus Bad Lippspringe und Paderborn – dabei, Vertriebspartner an Land zu ziehen. „Mit der Bad Lippspringer Quelle und dem Haxterpark in Paderborn haben wir zum Beispiel bereits zwei Gastronomiebetriebe gefunden, die unser Bier ausschenken werden“, sagt Hafer.

Und wer weiß: Vielleicht klappt es rechtzeitig zum Stadtfest am zweiten Oktoberwochenende – so es denn coronabedingt stattfinden kann –, dass dort bereits mit dem ersten in Bad Lippspringe gebrauten Bier angestoßen werden kann.

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