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Hoffen auf Geld für Bäume, Blühwiesen und Regenwasser-Versickerung: Gemeinderat beschließt Förderanträge

Stemwede setzt auf mehr Natur

Stemwede

Es sind zwei reizvolle Förderprogramme vom Land NRW und der Europäischen Union, die die grüne Infrastruktur in Stemwede enorm stärken könnten.

Von Dieter Wehbrink

Anpflanzungen von Bäumen und Sträuchern, naturverträgliche Spiel, Sport- und Bewegungserlebnisse – das wünscht sich die Gemeinde unter anderem für den Spielplatz am Westruper Freudeneck. Foto:

Allerdings nur, wenn das erhoffte Geld auch tatsächlich in die Gemeinde fließt. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass die Verwaltung diese Zuschüsse unbedingt beantragen soll.

Die Ratsmitglieder stimmten für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung, die mit Blick auf das Programm „React EU Förderprogramm grüne Infrastruktur“ folgendes ausgearbeitet hatte:

Eine Maßnahme für bessere Regenwasser-Versickerung an den Gemeindestraßen könnten solche Mulden sein. Foto: Dieter Wehbrink

Der Kurpark in Levern soll eine Anbindung mit Hilfe des Ausbaus des Gehweges „Fang“ erhalten. Hierbei will die Gemeinde auf Nachhaltigkeit und auf ökologisch verträgliche Materialien setzen. Eine Beleuchtung des Weges mit Bodenlampen soll die Bürger auch bei Dunkelheit, etwa im Winter, dazu einladen, den Gehweg zwecks Erholung und Gesundheitsförderung zu nutzen. Die geschätzten Kosten betragen 108.000 Euro und werden bei einer Förderzusage zu 100 Prozent von der EU und dem Land NRW übernommen.

Spielplätze in der Gemeinde Stemwede sollen naturnah gestaltet werden. Anpflanzungen von Bäumen und Sträuchern, naturverträgliche Spiel, Sport- und Bewegungserlebnissee auf den Spielplätzen Freudeneck und der Schule Haldem könnten umgesetzt werden. Insgesamt sollen 67 Bäume gepflanzt werden. Auf dem Schulhof in Haldem könnte ein Teil entsiegelt werden, was der Natur ebenfalls zugute käme. Alles zusammen kostet das 181,202 Euro und würde bei einer Förderzusage zu 100 Prozent vom Land NRW und der EU übernommen.

Der Schulhof in Haldem ist – wie bei seiner Anlage damals üblich – eine versiegelte Asphaltfläche. Mehr Grün wäre gut für die Natur und interessant für die Schüler. Foto: Dieter Wehbrink

Das Thema Neuanpflanzungen im Gemeindegebiet nimmt einen großen Teil des gewünschten Förderantrags ein – auch deshalb, weil in den beiden trockenen Jahres so viele Bäume abgestorben sind. Neuanpflanzungen von 175 Bäumen im gesamten Gemeindegebiet werden angestrebt. Zudem könnten größere Blühflächen mit der „Stemweder Blühmischung“ im Schneiderpark in Levern, an der ehemaligen Westruper Grundschule, in Wehdem auf der Freifläche am Friedhof, in Oppendorf (Zum Diek) und in Dielingen (Krönerei Kläranlage, Erlengrund, Haarburg am Wasserwerk, Am Kramort, An der Düwelsburg) entstehen.

In Levern sollen zwei vorhandene Biotope dadurch optimiert werden, dass sich die Wasserfläche durch Freischneiden und Ausbaggern vergrößert. Die Kosten von 421.000 Euro könnten bei entsprechender Förderzusage zu 100 Prozent vom Land und NRW übernommen werden.

Der Gemeinderat beschloss zudem, Förderantrage für das EU-Programm Klimaresilenz auf kommunaler und regionaler Ebene“ zu stellen, die in Teilen deckungsgleich mit den bereits genannten Förderprojekten sind. Die Gemeinde hofft auf Gelder für folgende Projekte:

Baumpflanzungen zur Beschattung und Stärkung des heimischen Klimas auf Gemeindegrundstücken. Damit möchte die Gemeinde auch die Artenvielfalt stärken und ihr Gebiet ökologisch aufwerten. Damit die jungen Bäume nicht gleich wieder einer Trockenperiode zum Opfer fallen oder durch Wild verbissen werden, sollen so genannte Baumbeutel für eine kontinuierliche Bewässerung sorgen. Verankerungen, Verbissschutz und Entwicklungspflege über drei Vegetationsperioden hinweg sollen sicherstellen, dass die Bäume einen optimalen Start ins Leben bekommen. Die Gemeinde geht von Koten von 98.952 Euro aus, die bei Förderzusage zu 100 Prozent übernommen werden.

Besserer Wasserabfluss

Die Förderanträge widmen sich auch den Stemweder Wegeseitengräben. So wird die Verwaltung Geld für Sickerrohgräben und so genannte Rigolen (Anm. der Red.: Auffangbecken, die das Regenwasser aufnehmen und versickern lassen) beantragen. Dazu schreibt die Gemeindeverwaltung: „Während der vergangenen Jahrzehnte sind etliche Eingriffe an den Wegeseitengräben erfolgt, die zur Destabilisierung des Grabens und der Straße geführt haben.

Dadurch wurden der Wasserabfluss und die Versickerung gestört, unter anderem durch die Vertiefung der Gräben zum Zwecke der Hausentwässerung/Kläranlagen in den 80er Jahren.“ Auch die Verlegung von Abwasserdruckrohrleitungen und von Glasfaserrohren hätten zu Fehlentwicklungen beigetragen. Mulden zur Straßenentwässerung sowie der Einbau von Rigolen könne diesen Zustand verbessern. Auch hierfür würden die Kosten womöglich zu 100 Prozent übernommen.

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