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Engagierter Nachwuchs sammelt Spenden für Kinder in Not

Sternsinger-Segen in Paderborn ohne Gesang

Paderborn

„Christus Mansionem Benedicta – Christus segne dieses Haus“: Der Segensspruch für die eigenen vier Wände, verbunden mit der Sternsinger-Spendenaktion für Kinder in Not, erfreut sich auch in Pandemie-Zeiten großer Beliebtheit. Am Wochenende gab es im gesamten Kreisgebiet die unterschiedlichsten Varianten des traditionellen Dreikönigssingens – leider aber ohne Singen.

Von Ingo Schmitz

48 Mädchen und Jungen sind am Samstag als Sternsinger durch Neuenbeken gezogen, um das Kindermissionswerk zu unterstützen. Foto: Hubertus Schmidt

In nahezu altbekannter Art und Weise waren am Samstag die Sternsinger in Neuenbeken unterwegs. Bei winterlichem Wetter zogen 48 Mädchen und Jungen durch den verschneiten Ort, um den Segen von Haus zu Haus zu bringen. Pandemiebedingt ging das aber nicht einer persönlichen Begegnung einher. Die zuvor in einem Aussendungsgottesdienst in der Pfarrkirche geweihten Segensaufkleber wurden zusammen mit einem Spendenaufruf des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ an alle Haushalte in Neuenbeken verteilt. Spenden sind nun per Überweisung möglich.

Vor vielen Häusern standen für die Kinder Süßigkeiten als Dankeschön für die Mühen bereit. Monique Benteler und Kathrin Böger vom Orga-Team waren überwältigt von der Unterstützung, die die Sternsinger trotz der besonderen Umstände auch in diesem Jahr wieder erfahren haben.

Segensaufkleber verteilt

Auch in Paderborn gab es unterschiedliche Methoden, die Segensaufkleber an die Menschen zu verteilen. Jede Gemeinde hatte dazu einen eigenen Weg gewählt. Die Sternsinger der katholischen Pfarrei St. Heinrich an der Nordstraße hatten sich am Vormittag vor dem Gotteshaus aufgestellt. Etwa im Zwei-Minutentakt kamen die Gläubigen, um sich den Aufkleber gegen eine Spende abzuholen. Das Geld ist unter anderem für ein Krankenhaus für Patienten mit Verbrennungen in Ägypten und für ein Krankenhaus im Südsudan gedacht.

An der Kirche St. Heinrich in Paderborn ist die Segensstation am Samstag begehrt. Nahezu im Zwei-Minuten-Takt kommen die Gläubigen, um sich den Segensaufkleber gegen eine großzügige Spende abzuholen. Unser Foto zeigt (von links) Ansgar Wirth, Viktoria Ringleb, Julia Fischling-Wirth und Herta Rowinski. Foto: Ingo Schmitz

Die erste Schicht an der Heinrich-Kirche übernahmen Viktoria Ringleb und Ansgar Wirth (beide 11). „Wir sind zum vierten Mal dabei“, berichten die Sternsinger, die wegen der Corona-Situation auf das Singen verzichten müssen. Dass die Aktion trotzdem stattfindet, kommt bei vielen Menschen gut an: „Ich finde es schön, dass ihr das macht“, lobt Anja Waßmuth den Einsatz der jungen Menschen. Sie hatte in der Zeitung von der Segensstation an der Heinrich-Kirche gelesen und verband den Besuch mit dem Brötchenholen.

Viktoria und Ansgar können sich auch noch an die Jahre erinnern, in denen sie durch die Gemeinde von Haus zu Haus gezogen sind. „Die meisten Menschen haben oft schon auf uns gewartet“, berichtet Viktoria, nur wenige hätten die Türen nicht geöffnet. Die Schwestern Henrika (9) und Klara (7) Forell kennen das von Tür-zu-Tür-Gehen nur aus Erzählungen. Sie betreuen zum zweiten Mal eine der Segensstationen und übernehmen am Samstag an der Heinrich-Kirche die zweite Schicht.

Zahl der Sternsinger sinkt

Insgesamt 29 Kinder hatten sich in der Pfarrei freiwillig gemeldet. Pfarrgemeinderatsmitglied Julia Fisching-Wirth berichtet, dass die Zahlen rückläufig sind. Man werde auch in Zukunft Segensstationen einrichten müssen, weil es nicht mehr genug Kinder für alle Straßen gebe. „Künftig wollen wir auch an Supermärkten stehen – also da, wo viele Menschen sind“, sagt sie.

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