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Feuerwehreinheiten aus dem Kreis Herford beteiligen sich an Waldbrandübung im Kreis Paderborn

Stresstest für Mensch und Maschinen

Kreis Herford/Pad...

Feuerwehreinheiten aus dem Kreis Herford haben sich unter dem Titel „Stresstest Eggeschutz“ an einer Waldbrandübung im Kreis Paderborn beteiligt.

Olaf Strehlow, Thilo Duffert und Stefan Olschewsky haben sich mit Schwerlastrucksäcken ausgerüstet und löschen die „Flammen“ mit D-Waldbrandschläuchen. Foto: Kreisfeuerwehrverband Herford

Trockenheit, Stürme und Schädlinge haben den Wäldern schwer zugesetzt. Experten prophezeien bereits den nächsten Dürresommer mit einer hohen Waldbrandgefahr. Deshalb müssen die Feuerwehren gut vorbereitet sein. „Neues Gerät für die Bekämpfung von Vegetationsbränden wurde bereits beschafft“, teilt der Kreisfeuerwehrverband Herford mit. „Düsenschläuche, Löschkugeln und Waldbrand-Lösch-Rucksäcke gehören dazu.“

Den Einsatz dieses Materials erprobten Feuerwehren aus ganz Ostwestfalen-Lippe am vergangenen Samstag im Kreis Paderborn. Bei der Großübung „Stresstest Eggeschutz“, die im Eggegebirge nahe Lichtenau stattfand, kam auch das Waldbrandmodul aus dem Kreis Herford zum Einsatz.

„Nahe Herbram-Wald“, einem Stadtteil von Lichtenau, „steht ein riesiges Nadelwaldgebiet in Flammen“, so lautete am Morgen die angenommene Lage. Feuerwehreinheiten aus der Umgebung und von der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden waren schnell vor Ort. Doch das Feuer breitete sich am Boden rasend schnell aus. Elmar Keuter, Kreisbrandmeister im Paderborner Land, forderte deshalb Hilfe aus allen Teilen Ostwestfalen-Lippes an.

Unterstützung kam unter anderem aus dem Kreis Herford. Feuerwehrleute aus Enger, Hiddenhausen, Spenge und Vlotho machten sich mit Kommandowagen, Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz, Gerätewagen-Logistik und Mannschaftstransporter auf den Weg in den Süden des Naturparks Teutoburger-Wald/Eggegebirge. Stellvertretender Kreisbrandmeister Holger Klann leitete den Einsatz der Wehrleute. In den Monaten zuvor hatte der Arbeitskreis-Vegetationsbrände OWL bereits einige Mal per Videokonferenz getagt und Konzepte für die Waldbrandbekämpfung erarbeitet. „Die Übung in Paderborn ist der erste Praxistest“, sagte Klann.

Gegen 9.30 Uhr waren etwa 150 Helfer von Feuerwehr, THW und Rotem Kreuz vor Ort. Übungsleiter Keuter übernahm die Einweisung der Führungskräfte. „Die Wasserversorgung ist schwierig und das Gelände steigt bis zum Eggekamm um 70 Meter an“, so der Feuerwehrchef. Die Einheiten aus dem Kreis Herford kamen in den Abschnitten 4 und 4a zum Einsatz. Sie brachten unter anderem eine Löschkugel in Stellung, sodass kurz darauf eine Fläche von 700 Quadratmetern mit fast 1.000 Litern Wasser pro Minute eingesprüht wurde. Die Feuerwehrleute rüsteten sich zudem mit Schwerlastrucksäcken aus, die mit speziellen D-Waldbrandschläuchen bestückt waren und löschten anschließend das „brennende Unterholz“.

In 500 Metern Entfernung hatten die Einheiten vom Löschzug Altenbeken (Kreis Paderborn) und der Feuerwehr Horn Bad Meinberg (Kreis Lippe) weitere Maßnahmen eingeleitet. Düsenschläuche erzeugten an dieser Stelle eine „Wasserwand“ und mit Segmentregnern wurde eine angrenzende Wiese bewässert. „Die Maßnahmen sollen verhindern, dass die Flammen auf andere, noch nicht brennende Bereiche übergreifen“, erklärte Holger Klann.

Das Löschwasser wurde aus einer unterirdischen Zisterne, die sich am Nordportal des Eggetunnels befindet und 96.000 Liter fasst, auf das Übungsgelände gefördert. Doch die Ressourcen des Wasserbehälters reichten für eine umfassende Waldbrandbekämpfung nicht aus. Deshalb waren die Wasserförderzüge der Kreise Paderborn und Minden-Lübbecke angerückt, um eine vier Kilometer lange Schlauchleitung vom nahen Nethestausee zu verlegen. Beide Einheiten verfügen über identische Wechselladerfahrzeuge des Katastrophenschutzes NRW. Zur Beladung zählen 50 Meter lange Schläuche und hydraulisch angetriebene Schwimmpumpen, die 3.500 Liter Wasser pro Minute fördern können.

„Die Ergebnisse der Waldbrandübung werden in den kommenden Tagen genau analysiert“, sagte Sven Detering aus Vlotho, der die Wehren aus dem Wittekindsland im Arbeitskreis-Vegetationsbrände OWL vertritt.

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