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Paderborner Gastronomie soll auf Mehrweg-Systeme bei To-Go-Gerichten umstellen

Studierendenwerk ist das Vorbild

Paderborn

Vertreter der Paderborner Verbraucherzentrale, des Citymanagements und des städtischen Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs haben in der Stadt nach Einrichtungen gesucht, die eine Vorreiterstellung in Sachen Abfallvermeidung und Mehrweg-System in der Gastronomie einnehmen. Fündig wurden sie beim Studierendenwerk Paderborn.

Tauschten sich über das erfolgreiche Mehrweg-System des Studierendenwerks aus (von links , stehend): Christina Krengel und Anke Reimer (Verbraucherzentrale NRW), Erhard Wolf (Abteilungsleiter Gastronomie Studierendenwerk Paderborn); (von links sitzend) Jonathan Geldmacher (ASP), Heiko Appelbaum (Citymanager Paderborn) und Ulrich Schmidt (Geschäftsführer Studierendenwerk Paderborn). Foto: Studierendenwerk Paderborn

Bereits zu Beginn des Jahres 2021 unternahm die Umweltberatung der Verbraucherzentrale Paderborn zusammen mit dem Citymanagement und dem städtischen Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASP) einen Vorstoß bei den ansässigen Gastronomen, um das Interesse an Mehrweg-Verpackungen für To-Go-Gerichte abzufragen. Und spätestens seit der Einführung der Einwegkunststoffverbotsverordnung wächst der Druck für Gastronomen, sich nach Alternativen für Einwegverpackungen umzusehen, bis er schließlich in 2023 sogar in der Pflicht mündet, Mehrweg-Systeme vorzuhalten.

Nicht zuletzt aus diesem Anlass hat das Trio aus Verbraucherzentrale, Citymanagement und ASP in Paderborn nach Einrichtungen gesucht, die bereits erfolgreich ein Mehrweg-System in der Gastronomie betreiben. Wichtige Impulse zu diesem Thema lieferte ihnen nun das Studierendenwerk Paderborn, zuständig unter anderem für die Verpflegung am Studienort, dem Campus der Universität. Bereits seit 2018 wurden hier unterschiedliche Maßnahmen zur Reduzierung von Verpackungsabfällen im To-Go-Bereich durchgeführt. Seit September 2020 wird in den Mensen und weiteren gastronomischen Angeboten auch das digitale Mehrweg-System Vytal für die Essensausgabe genutzt.

„Wir freuen uns, als erstes Studierendenwerk in Deutschland das innovative Konzept von Vytal in unseren Einrichtungen angeboten zu haben. Bei der Umsetzung der Arbeitsansätze zur Förderung der Studierenden ist die Nachhaltigkeit unseres Handelns ein wichtiger Faktor. Eingesetzte Materialien, Ökonomie der Arbeitsprozesse bis hin zum zielgruppenorientierten digitalen Dialog. Dieser Ansatz hat uns überzeugt und kommt auch bei den Studierenden gut an“, sagt Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Studierendenwerks Paderborn.

App informiert über Rückgabetermine

Dass es funktioniert, zeigten die positiven Rückmeldungen der Nutzer und auch die Auswirkungen auf die Umwelt würden sichtbar. „Wir erwarten hier auch bei der aktuellen Einsetzung des Präsenzsemesters keinen To-Go-Müll auf dem Campus“, führt Schmidt aus.

Jonathan Geldmacher, Kreislaufwirtschaftsberater beim ASP, ist angetan: „Für die Kunden ist das System einfach zu verstehen und mit keinen Zusatzkosten wie einem hohen Pfand verbunden. Über eine App hat man eine gute Übersicht, wann man seine Schalen zurückbringen muss. Außerdem kann mit einem Mehrweg-System mit jedem Essen Abfall vermieden werden, was mir natürlich besonders gut gefällt.“

Anke Reimer von der Umweltberatung der Verbraucherzentrale ergänzt: „Die ausschließlich digitale Nutzung mit überwiegend Studierenden als Zielgruppe ist sicherlich der richtige Weg auf dem Campus. Wir freuen uns aber auch, dass es bei diesem System grundsätzlich auch eine Offline-Karte gibt. So können auch Personen, die kein Smartphone haben, sich an diesem System zur Nachhaltigkeit beteiligen – niemand wird ausgegrenzt. Was das System weiterhin auszeichnet, ist die Tatsache, dass es mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist.“

Bislang noch keine einheitliche Lösung

Citymanager Heiko Appelbaum erläutert die nächsten Schritte: „Das Studierendenwerk hat mit über 36.000 verkauften Essen in diesem System bereits einen großen Erfahrungsschatz, den wir gerne nutzen möchten, um in unserer Stadt Mehrweg zum Standard zu machen.“ Nun soll der Kontakt zur Gastronomie gesucht werden. „Wir möchten versuchen, den Betreibern von Gastronomiebetrieben die Einführung von Mehrweg-Systemen so leicht wie möglich zu machen. Dazu gehört auch, von erfahrenen Partnern zu lernen und zu profitieren.“

Geplant ist, möglichst viele Akteure an einen Tisch zu holen und eine Diskussion über das Thema zu eröffnen. Bislang gibt es noch keine gebündelten Aktionen im Mehrweg-Bereich, das Bild in Paderborn ist momentan noch Stückwerk. Das soll sich jetzt langsam aber sicher ändern.

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