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Kultur- und Verkehrsverein ist zufrieden mit der Pflanzentauschbörse vor dem Haus der Kulturen in Enger

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Enger

Elke Böger hat den ganzen Kofferraum voller Pflanzen. Vor dem Haus der Kulturen (HdK) reiht die Herforderin Gräser, Waldmeister, eine blau blühende Aster und diverse andere Gewächse auf, um sie zum Tausch anzubieten. Bei der zweiten Engeraner Pflanzentauschbörse wechselten am Samstag zahlreiche Gewächse und Sämereien unentgeltlich ihren Besitzer.

Iris Radmann (links) und BUND-Bufdi Jana Möller kommen ins Geschäft. Getauscht werden hier insektenfreundliche Stauden. Foto: Daniela Dembert

„Wenn ich meinen Garten pflege und etwas ausbuddele, mag ich das nicht wegwerfen. Dann setze ich die Pflanzen in Töpfe und sammle sie an einer Stelle meines Gartens“, berichtet Böger. Eigentlich besuche sie immer die Tauschbörse an der Heerser Mühle. Das habe diesmal terminlich nicht geklappt und sie sei nach Enger gekommen. Iris Radmann ist Wiederholungstäterin. „Ich war schon im vergangenen Jahr dabei und komme aus Löhne“, sagt die Hobbygärtnerin, die unter anderem Erdbeerpflänzchen mitgebracht hat.

Sehr zufrieden sind die Initiatoren Kordula Schimke vom HdK und Daniela Dembert vom Kultur- und Verkehrsverein (KuV) mit dieser zweiten Auflage ihrer Veranstaltung. Die Besucherzahl habe sich vervielfacht und auch das Angebot sei noch größer geworden. „Wir bieten nur den Rahmen. Der Austausch findet dann auf verschiedenen Ebenen statt“, sagt Integrationskoordinatorin Schimke. Denn neben dem Grünzeug werden auch gärtnerische Tipps und ein paar nette Worte ausgetauscht.

Neben Privatpersonen ist auch der BUND mit Sämereien, Infomaterial und Schwalbennisthilfen vertreten. „Eine schöne Idee, Menschen so in Austausch zu bringen und für Vielfalt in den Gärten zu sorgen“, findet BUND-Bundesfreiwilligendienstlerin Jana Möller, die mit einer witzigen Idee angetreten ist: Futterstationen aus alten Tassen.

Landfrau Nicola Läube-Dammermann bietet leckeres Eingemachtes. Schimke: „Da geht unser Konzept dann weiter: Wie verwertet man die Ernte aus dem Garten?“

Ein Bastelprogramm für Kinder gestaltete Ohrenkneiferburgen und kleine Insektenhotels aus leeren Konservendosen. „Wir versuchen, das Thema möglichst ganzheitlich anzugehen und auch Kinder schon für den Garten und seine Bewohner zu begeistern“, sagt KuV-Vorsitzende Dembert. Der Plan sei, die Veranstaltung weiter wachsen zu lassen und noch mehr Akteure einzubeziehen. Da passt auch Klimamanager Julian Kucknat-Groß bestens ins Bild, der neben Pflanzen auch Infomaterial zur Entsiegelung von Steingärten, Solarenergie und anderen Themen mitgebracht hatte. „Das Prinzip des Teilens ist ein Konzept der Nachhaltigkeit und damit letztlich auch ein Beitrag zum Klimaschutz“, findet er.

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