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NS-Prozess, Tag 19: Hanning habe zu keinem Zeitpunkt Menschen getötet

Verteidiger fordern Freispruch

Detmold (dpa). Im Auschwitzprozess haben die Verteidiger Freispruch für den angeklagten früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning gefordert. In der Verhandlung seien keine Beweise für die direkte Beteiligung des heute 94-Jährigen an konkreten Taten vorgelegt worden, sagte Rechtsanwalt Johannes Salmen am Samstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Detmold. Hanning habe zu keinem Zeitpunkt Menschen getötet, geschlagen oder dabei geholfen.

Der Angeklagte Reinhold Hanning. Foto: dpa

Aus Termingründen wurde in dem Verfahren ausnahmsweise am Samstag verhandelt.

Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe sich in den Dienst eines verbrecherischen Systems gestellt, dessen Befehle er fortan befolgt habe. Als einfacher Arbeiter ohne Schulabschluss habe der junge Mann die Folgen seines Handelns nicht überblicken können. Heute bereue er sein Verhalten. Die Möglichkeit eines persönlichen Schlusswortes nutzte Hanning am Samstag nicht.

Der frühere SS-Wachmann ist als Teil der Tötungsmaschinerie des Vernichtungslagers wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 100.000 Juden angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert. Voraussichtlich am kommenden Freitag will das Gericht sein Urteil verkünden.

Mehr dazu lesen Sie am Montag, 13. Juni, im WESTFALEN-BLATT.

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