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„Ost-West ist ausgedacht“

Eine muntere Debatte zur Zukunft Europas

Münster

Ein friedliches Europa ist nicht selbstverständlich, ein Europa des Friedens bedeutet täglich Arbeit. „Und es ist dieser Mühe wert.“ So jedenfalls sieht es Reinhard Kardinal Marx am Freitag bei einer munteren europapolitischen Debatte in der Halle Münsterland. 

Elmar Ries

V.l. Ska Keller, Reinhard Kardinal Marx, Gemma Pörzgen (Moderatorin), Sylvie Goulard, Prof. Irena Lipowicz. Foto: Gunnar A. Pier

„In Vielfalt uneins.“ Der Titel bringt das Problem auf den Punkt. Und wirft zugleich eine zentrale Frage auf. Was eigentlich ist das Gemeinsame in Europa? Ska Keller, Vorsitzende der Grünen im Europa-Parlament, fallen spontan fünf Werte ein. Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, Frieden, Einssein in Vielfalt und ganz allgemein: gemeinsam arbeiten an einer besseren Zukunft.

Die jedoch nicht aus dem Nichts kommen kann, ergänzt vor Hunderten Zuhörern in der Großen Halle, die französische Publizistin Sylvie Goulard. Ihr Appell: Ein Wert wird nur dann europäisch, wenn er von allen Europäern geteilt wird.“

Rechte Populisten auf der einen Seite, Anti-Europäer auf der anderen und der Brexit als mahnendes Beispiel für die Wirkmacht der Fliehkraft. „Wenn wir unsere europäischen Werte und damit die gemeinsamen Grundlagen nicht verlieren wollen, wird es Zeit, dafür zu kämpfen“, sagt die polnische Rechtswissenschaftlerin Prof. Irena Lipowicz. Die Kirche sei dafür ein „guter Ort“.

Für Marx gehört zu alldem noch etwas Anderes: Europa müsse endlich neu gedacht werden, sagt er. Nicht mehr in alten Ost-West-Kategorien. Die hätten sich längst überlebt. Unterstützung erhält er dabei von der Grünen-Politikerin. „Ost-West ist längst ausgedacht“, sagt Keller.

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