Zweisatzsieg gegen Millman – »Idealer Auftakt für mich«

Federer zieht es durch

Halle (WB). »Meine Nervosität war überraschend klein«, sagte Roger Federer. So ist das dann wohl, wenn man im eigenen Wohnzimmer spielt. Der Schweizer Tennisstar erwischte mit dem 7:6 (7:1), 6:3-Erfolg in seinem Erstrundenmatch gegen John Millman in Halle einen Start nach Maß.

Dirk Schuster

Mit seiner Vorhand war Roger Federer nicht zufrieden. »Mal zu hart, mal zu soft«, sagte er. Es ist noch Luft nach oben. Foto: Oliver Schwabe

Den Nervenkitzel vor einem Match fühle er besonders im Bauch, sagte Federer. Die Aufregung komme bei ihm in aller Regel bei der Taktikbesprechung mit dem Coach. Dann wisse er: Jetzt geht’s bald los. Doch am Dienstag war Federer die Ruhe selbst. Auch als es mal eng wurde, behielt der Routinier kühlen Kopf. Millman spielte ganz gut, Federer spielte besser. Aber auch noch nicht so, wie er sich das vorstellt. Seine Vorhand gelte es zu justieren. Federer: »Mal waren die Schläge zu hart, mal zu soft. Ich muss die Mitte finden. Wenn ich mit der Vorhand zu viele einfache Fehler mache, dann zehrt das schon an meinen Nerven.«

Die Fans auf dem fast ausverkauften Centre Court waren aber auch so schon ziemlich zufrieden mit ihrem Liebling. Ovationen gab es bereits, als Federer zur späten Kaffeezeit den Hauptplatz in Halle betrat. Auch bei seiner mittlerweile 17. Turnierteilnahme in Ostwestfalen hat der Gentleman aus Basel nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Auch ein paar Fans aus der Schweiz waren angereist. Nach dem Match schwenkten sie ihre Fahnen, jubelten Federer zu.

»Es war mein erstes Match auf Gras in diesem Jahr. Ich bin sehr glücklich, die erste Runde gewonnen zu haben. Das war ein idealer Auftakt für mich«, sagte die Nummer drei der Weltrangliste.

»Hartes Duell« mit Tsonga erwartet

Im ersten Durchgang zwang der Australier Millman den Favoriten in den Tiebreak. In dem Nervenkrimi zeigte der Schweizer dann seine ganze Klasse. 7:1 – die Satzentscheidung gewann er im Stile eines Champions. Federer war nun richtig drin, dominierte das Spiel und ließ sich nach 77 Minuten zurecht feiern. »Die Selbstverständlichkeit im ersten Satz hat gefehlt«, sagte Federer. Aber »wenn es wirklich wichtig war, war ich besser als Millman, und deshalb habe ich verdient gewonnen.« Auf die Frage, was ihn an Millmans Spiel überrascht habe, antwortete Federer: »Nichts mehr. Wenn dich einer bei einem Grand-Slam raushaut, dann weißt du, was die Stunde geschlagen hat.« Federer spielte auf das Duell mit Millman bei den US Open 2018 an, als der Mann aus Down Under obenauf geblieben war.

Federer warf auch schon mal einen Blick voraus. Am Donnerstag trifft er erneut auf dem Centre Court auf den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. »Ich erwarte ein hartes Spiel. Er hat in seinem Erstrundenmatch super serviert. Das ist eine schwere Auslosung.« Der Maestro ergänzte lakonisch: »Aber es ist ein 500er-Turnier, so ist das eben.«

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