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Semesterauftakt: Theologische Fakultät Paderborn startet mit Gottesdienst und Akademischer Jahresfeier in das neue Studienjahr

„Theologie muss den Menschen dienen“

Paderborn

Mit einem Gottesdienst und der Akademischen Jahresfeier zu Beginn des Wintersemesters sind Erzbischof Hans-Josef Becker, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät Paderborn, und alle Lehrer, Mitarbeiter und Studenten am Montag traditionell in das neue Studienjahr gestartet. Aufgrund der Corona-Pandemie fand beides in der Universitäts- und Marktkirche statt. Im Rahmen der Jahresfeier hielt Prof. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Oktober 2020 Lehrstuhlinhaber für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät, seine Abschiedsvorlesung.

Abschied und Neuanfang: Emeritus Prof. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern (Mitte) und die beiden designierten Lehrstuhlinhaber, PD Dr. Aaron Langenfeld (2. Reihe links) und Dr. Daniel Lanzinger (1. Reihe links) stehen gemeinsam mit dem Magnus Cancellarius, Erzbischof Hans-Josef Becker (2.v.l.), Rektor Prof. Dr. Stefan Kopp (4.v.l.) und den Professorenkollegen Andreas Koritensky (5.v.l.), Peter Schallenberg, Wolfgang Thönissen, Bernd Irlenborn und Ansgar Moenikes (2. Reihe v.l.) auf den Stufen zur Universitäts- und Marktkirche. Foto: Thomas Throenle

In seiner Ansprache umriss der Magnus Cancellarius der traditionsreichen Hochschule den Auftrag, der nach seiner Überzeugung für die Theologie an Kirche und Gesellschaft besteht. Diese habe den Menschen zu dienen, durch einen kritisch reflektierten und vertieften Glauben Orientierung zu geben und Gesprächspartnerin in den wichtigen Fragen des Lebens zu sein. „Ich hoffe und wünsche, dass der Auftrag der Theologie, die Vertiefung unseres Glaubens, an unserer Fakultät auch in diesem Studienjahr gut gelingt“, führte er weiter aus: „Nicht zuletzt deshalb setze ich mich entschieden für die Förderung und Sicherung des Hochschulstandortes Paderborn ein.“

„Studienjahr trotz Corona erfolgreich digital bewältigt“

Professor Stefan Kopp, von der Fakultätskonferenz im Juli für eine zweite zweijährige Amtszeit als Rektor wiedergewählt, resümierte in seiner Rede, dass das vergangene Studienjahr trotz der einschränkenden Bedingungen der Corona-Pandemie erfolgreich digital bewältigt werden konnte. Nun freuten sich alle Angehörigen der Fakultät auf neue Semester, das in Präsenz unter Einhaltung der 3G-Regel stattfinden könne, unterstützt durch die bewährten digitalen Möglichkeiten. „Gerade in der jetzigen Situation können wir den Standortvorteil als kleinere Einrichtung mit größeren Räumlichkeiten und mit einem optimalen Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden ausnutzen“, unterstrich Professor Kopp die Vorzüge der Theologischen Fakultät. Und er begrüßte die designierten Lehrstuhlinhaber PD Dr. Aaron Langenfeld und Dr. Daniel Lanzinger, die die Lehrstuhlvertretungen für Fundamentaltheologie sowie für Neues Testament zum Wintersemester 2021/22 aufgenommen haben und das Team der Lehrenden verstärken. Außerdem informierte Rektor Kopp darüber, dass Prof. Dr. Benjamin Dahlke, seit 2017 Lehrstuhlinhaber für Dogmatik und Dogmengeschichte, einen Ruf an die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt zum Wintersemester 2021/22 angenommen hatt. Die Lehrveranstaltungen werden im Wintersemester von Professor Dr. Wolfgang Thönissen, Lehrstuhlinhaber für Ökumenische Theologie und leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-lnstitut für Ökumenik, sowie von Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Priesterseminars Paderborn, gehalten.

In seiner Abschiedsvorlesung „Signum levatum in nationes? Zur Frage der Sichtbarkeit der Kirche“ ging Professor Meyer zu Schlochtern vom Gegensatz zwischen Martin Luther und katholischer Kirche aus. Während für Luther die Kirche verborgen in den Herzen der Menschen lebt, behauptete die katholische Theologie ihm gegenüber, sie sei sichtbar, wie Jesus Christus sie eingesetzt hat. Der Vortrag zeigte die pro­blematische Entwicklung dieser Auffassung an verschiedenen päpstlichen Lehrschreiben und Konzilsbeschlüssen auf.

„Segensreiches Wirken an der Fakultät“

Prof. Dr. mult. Hubertus Drobner, Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte und Patrologie, hob in seiner Laudatio hervor, dass Josef Meyer zu Schlochtern 28 Jahre lang segensreich an der Fakultät gewirkt habe, sei es als Ausbilder aller Priester und Theologen des Erzbistums bis zum Alter von 50 Jahren, als langjähriger Mitherausgeber der „Paderborner Theologischen Studien“ sowie zahlreicher Fachpublikationen, bei der Aufarbeitung der Fakultäts- und Bistumsgeschichte oder in seinen drei Amtszeiten als Rektor der Fakultät 1998 bis 2000, 2002 bis 2003 und 2013 bis 2015. Er erinnerte daran, dass der Fundamentaltheologe für seine Verdienste zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt und ihm 2017 der Verdienstorden des Landes NRW für seine besonderen Verdienste in der Wissenschaft und im Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Theologie verliehen worden sei. Im Namen der Fakultät wünschte Professor Drobner dem Ermeritus viele Jahre Schaffenskraft, Lebensfreude, Gesundheit und Gottes Segen.

Im Rahmen der Akademischen Jahresfeier erhielten die Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussurkunden. Im Studienjahr 2020/21 konnten fünf Magister Theologiae, ein Lizentiat und drei Promotionen vergeben werden.

1045 Studierende insgesamt

Außerdem hieß Rektor Kopp acht neueingeschriebene Studierende, einen aus dem Freisemester zurückgekehrten Studenten, eine Lizentiatsstudentin sowie einen Promovenden an der Theologischen Fakultät Paderborn willkommen. Zurzeit studieren 98 Ersthörer (Magister, Lizentiat, Promotion) und 947 Zweithörer (Philosophie, Theologie, Wirtschaftswissenschaften) an der Theologischen Fakultät Paderborn, somit 1045 Studierende insgesamt.

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