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Werner Henke im Alter von 94 Jahren gestorben

Trauer um langjährigen Oberkreisdirektor

Paderborn

Im Alter von 94 Jahren ist der ehemalige Oberkreisdirektor des Kreises Paderborn, Werner Henke, verstorben.

Werner Henke. Foto: Stadt-und Kreisarchiv Paderborn

„Der Kreis Paderborn trauert um eine mehr als verdiente Persönlichkeit, die in seiner über 27 Jahre andauernden Tätigkeit im Kreis Paderborn Grundlagen gelegt hat, von denen wir heute nach wie vor profitieren“, sagt Landrat Christoph Rüther. „Der Tod Werner Henkes ist für uns ein herber Verlust. Der Familie gilt unser herzliches Beileid“, erklärt der Landrat weiter.

Werner Henke wurde 1927 in Rüthen geboren. Bevor er 1965 vom Kreistag zum Oberkreisdirektor des Kreises Paderborn gewählt wurde, studierte er Jura in Göttingen und Münster und war unter anderem als persönlicher Referent des NRW-Innenministers tätig. Bis Ende 1992 übte er die Position in der Kreisverwaltung aus. „Werner Henke war die Zuverlässigkeit in Person. Er trat stets ruhig und besonnenen auf, stand für Pflichterfüllung, Leistung und Effizienz und hat dabei nie Aufsehen um seine Person gemacht“, würdigt Rüther den Verstorbenen. Der Kreis Paderborn sei ihm zu großem Dank verpflichtet.

An vielen Projekten federführend beteiligt

In den mehr als 27 Jahren seiner Tätigkeit war er an vielen Projekten federführend beteiligt. Der Aufbau des Flughafen und der Ausbau des Autobahn- und Straßennetzes sowie die Entwicklung des Schienenverkehrs seien Meilensteine seines politischen Wirkens. „Werner Henke hat gemeinsam mit dem langjährigen Landrat Joseph Köhler enormen Weitblick bewiesen und eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen“, so Rüther. Henke war während seiner gesamten Amtszeit Vorsitzender des Aufsichtsrates des heimischen Airports und hat sich in dieser Position enorm für den Ausbau des Flughafens eingesetzt.

Weitere Projekte waren die Einrichtung des Wasserverbandes Obere Lippe als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe 1965, der Bau der Aabachtalsperre in Bad Wünnenberg, die Errichtung der Kreisfeuerwehrzentrale mit Sitz in Büren-Ahden, der Neubau des Berufsschulzentrums und weiterer Berufsschulen, die Errichtung des Polizeigebäudes in der Riemekestraße, die Umstrukturierung des Kreismuseums Wewelsburg und die Einrichtung bzw. der spätere Ausbau der einstigen Kreismülldeponie zum modernen Entsorgungszentrum „Alte Schanze“, die eine unabhängige Abfallwirtschaftspolitik ermöglichte.

Bedeutende Aufgabe bei der kommunalen Neugliederung 1975

Eine bedeutende Aufgabe kam Henke mit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 zu. Im Zuge der Kommunalreform entstand aus den Landkreisen Büren und Paderborn der Kreis Paderborn. Henke zeichnete sich mit Kreisdirektor Hermann Kaup und Ehrenlandrat Joseph Köhler dafür verantwortlich, die Verwaltungen und die Menschen aus beiden Regionen zusammenzuführen.

In Summe brachte er 28 Haushaltssatzungen während seiner Amtszeit ein. Henke war zudem Mitglied in zahlreichen Gremien, darunter auch in jenen des Landkreistages NRW und des Deutschen Landkreistages und engagierte sich zudem in der Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände. Zahlreiche Auszeichnung, wie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland sowie den des Landes Nordrhein-Westfalen, heben die Bedeutung und Wertschätzung, die seine Arbeit erfahren hat, hervor.

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