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Klinikum und Stadt Minden erfüllen schwerkranker Frau ihren großen Wunsch

Trauung auf der Intensivstation

Minden

„In guten wie in schlechten Zeiten“ – dieses Versprechen ist der Grundstein vieler Eheschließung. In der Regel heiraten Paare in Kirchen und Standesämtern. Manchmal gibt es aber auch Ausnahmen wie jetzt im Uniklinikum Minden.

Petra (liegend) und Stefan K. (Zweiter von rechts) haben sich im Krankenzimmer das Ja-Wort gegeben. Foto: Johannes Wesling Klinikum

Dort gaben sich Petra K. und ihr Mann Stefan auf der Intensivstation das Ja-Wort. Die beiden erleben gerade die wohl schwerste Zeit ihrer 19-jährigen Partnerschaft, denn Petra K. leidet an einer sehr schweren Krankheit. Mit ihrer einzigartigen Trauung wollen sie anderen Mut machen, die eigenen Träume auch in den schwersten Zeiten nicht aufzugeben.

„Wir waren beide schon einmal verheiratet und uns am Anfang unserer Partnerschaft einig, dass wir erstmal nicht wieder heiraten wollen“, erzählt der 50-jährige Stefan K. Doch die gemeinsam verbrachten Jahre und die Krankheit änderten die Sichtweise. Solange es ihr noch möglich sei, wolle sie ihren Partner, der ihr Tag und Nacht zur Seite stehe, heiraten, sagt Petra K. aus Hille, die auf Leben und Tod im Krankenhaus lag. Gemeinsam mit dem Pflegeteam der Station wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Wunsch der beiden umzusetzen. Das Standesamt der Stadt Minden war sofort bereit, eine Trauung am Krankenbett durchzuführen.

Am Hochzeitstag hatte das Pflegeteam der Intensivstation das Zimmer zur Überraschung des Brautpaares liebevoll dekoriert – mit vielen Herzen, bunten Luftballons und Fotos der Familie. Das Ja-Wort gab Petra ihrem Mann in ihrem gelben Lieblingskleid. Neben der engsten Familie gehörten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Intensivstation zu den ersten Gratulanten. Der größte Hochzeitswunsch ging für das junge Brautpaar anschließend in Erfüllung: Petra K. gesundheitlicher Zustand verbesserte sich so, dass sie die Intensivstation wieder verlassen konnte.

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