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Mehrere Taten in Paderborn aufgedeckt – Schaden geht in die Tausende

Trickdieb ergaunert Handys

Paderborn

Die Paderborner Kripo hat einem über die Grenzen Ostwestfalens agierenden Trickdieb aus Rheda-Wiedenbrück das Handwerk gelegt. Der Tatverdächtige hatte sich auf hochwertige Handys spezialisiert. Jetzt laufen mehrere Strafverfahren gegen den 24-Jährigen.

Symbolfoto. Foto: JOERN HANNEMANN

Mitte April erstatteten nach Angaben der Polizei Mitarbeiter eines Elektronik-Fachmarktes aus Paderborn Anzeige. Dem unbekannten Tatverdächtigen wurde eine trickreiche Variante des Ladendiebstahls vorgeworfen. Über das Online-Portal des Elektronikhandels hatte jemand zwei hochwertige Handys bestellt und den Paderborner Fachmarkt als Abholort angegeben. So tauchte ein junger Mann in der Filiale auf und holte die bezahlten Handys im Wert von mehr als 2500 Euro ab.

Einen Tag später erschien der Mann wieder im Geschäft und gab die original verpackten Geräte gegen Erstattung des Kaufpreises zurück. Da das Siegel an der Handyverpackung unbeschädigt aussah, ging die Rückgabe glatt. Bei einer späteren Überprüfung stellte sich heraus, dass anstatt des Handys kleine Bleigewichte in der Verpackung lagen. Die Gewichte sollten das Gewicht des Handys ersetzen, damit der Schwindel nicht sofort aufflog.

Bei der Aufklärung waren die Aussagen eines Ladendetektivs sowie Videoaufzeichnungen im Geschäft hilfreich. „Durch eine akribische Auswertung konnte der Tatverdächtige einem Auto zugeordnet werden. Das Fahrzeug war zwar nicht auf seinen Namen zugelassen und zur Abwicklung des Online-Kaufs hatte er einen falschen Namen genutzt – aber die Tarnung flog schnell auf“, heißt es im Bericht der Polizei. Weitere Recherchen führten zu dem 24-jährigen Mann aus Rheda-Wiedenbrück.

Weitere Fälle in Bielefeld, Münster und in Osnabrück

Zwischenzeitlich wurde ein ähnlicher Fall aus einem anderen Paderborner Elektronikmarkt bekannt. Mitte März hatte ein Dieb auf die gleiche Weise zwei teure Handys erlangt. Die Tat war allerdings erst deutlich später aufgefallen, da die Handykartons original versiegelt schienen. Zudem gab es weitere Fälle in Bielefeld, Münster und in Osnabrück. Ende Mai durchsuchte dann die Gütersloher Polizei auf richterlichen Beschluss die Wohnung des 24-Jährigen. Die Fahnder entdeckten zwölf neue Handys und weitere hochwertige Geräte. Auch mehrere dutzend Bleigewichte, teils aus dem Angelzubehör, sowie anderes Material als Ersatz des Handygewichts wurden gefunden. Darüber hinaus fanden die Polizisten Kartonweise Plagiate von Handy-Originalverpackungen, Siegeln und anderen Aufklebern. Einiges hatte der junge Mann offenbar selbst mit Druckern hergestellt, anderes hatte er online auf dem asiatischen Markt erworben.

Bislang steht nicht fest, ob und wie der Tatverdächtige mit den erbeuteten Handys eigenen Handel betrieben hat. Vermutlich ist die Masche rechtzeitig aufgeflogen, heißt es bei der Polizei.

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