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Wasserverbrauch im Delbrücker Land ist aktuell so hoch wie nie zuvor – Notstand, wenn es so weitergeht

Trinkwasser könnte bald knapp werden

Delbrück

Lange wurde dem Sommer sehnsüchtig entgegengefiebert. Nach einem Corona-Winter und einem viel zu kalten Frühling sorgen jetzt die hochsommerlichen Temperaturen geradezu für ein Gefühl der Befreiung. Doch das hat auch eine Schattenseite.

Von Axel Langer

Robert Siemensmeyer, Leiter des Delbrücker Wasserwerkes, ruft eindringlich dazu auf, derzeit auf die Bewässerung von Rasenflächen zu verzichten. Foto: Axel Langer

Die aktuelle Hitze mit Tropennachttemperaturen und – bislang – vielen Tagen ohne Niederschlag hat den Wasserverbrauch im Delbrücker Land extrem erhöht. Binnen weniger weniger Tage hat er sich verdoppelt; das Wasserwerk stößt schon seit Tagen an seine Grenzen. Der Appell ist eindeutig: Wasser sparen!

„Die Wasserverbräuche übersteigen die bisherigen und schon sehr hohen Spitzenwerte das Trockenjahres 2018 bei weitem. Ich hätte nie geglaubt, dass wir mal in solche Dimensionen wie jetzt vordringen“, so der zuständige Fachbereichsleiter Olaf Merschmann am Rande der Bauausschusssitzung. Seit Wochenbeginn sind die Verbrauchswerte geradezu explodiert. Besonders in den Zeiten zwischen 16 und 18 Uhr werden Verbrauchsspitzenwerte erreicht, die kaum noch geschultert werden können. Merschmanns Sorge: Der Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung und mögliche Verbote.

„Ich appelliere an alle Bürger, mit dem Lebensmittel Wasser sparsam umzugehen und es nicht für Poolbefüllungen oder zur Rasenbewässerung zu nutzen“, nennt Bürgermeister Werner Peitz in einer Pressemitteilung zwei wichtige Ursachen für den rasant gestiegenen Wasserverbrauch. Schon jetzt sind die Auswirkungen des immensen Wasserverbrauchs spürbar: Der Wasserdruck in den Leitungen sinkt, und das kann in den höher gelegenen Bereichen der Stadt etwa beim Duschen oder der Toilettenspülung bemerkbar machen.

Deshalb ruft das Delbrücker Wasserwerk dazu auf, die Bewässerung auf das Nötigste zu reduzieren und auf die Bewässerung von Rasenflächen ganz zu verzichten. Nach der neuen Trinkwasserverordnung hat das Trinkwasser Vorrang vor allen anderen Verbrauchszwecken. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, steht nicht mehr ausreichend Trinkwasser für alle zur Verfügung. Es liegt an den Bürgern, diesen Trend zu stoppen und damit Bewässerungsverboten zuvorzukommen.

Die Bewässerung von Rasenflächen ist zu vermeiden“, appelliert Robert Siemensmeyer, Leiter des Delbrücker Wasserwerkes, eindringlich.

Auch die Stadtverwaltung selber ist aktiv geworden und schränkt die Bewässerung von Sportplätzen ein. Der Rasenplatz am Nordring in Delbrück wird gar nicht mehr bewässert, alle anderen Plätze dürften maximal an jedem dritten Tag bewässert werden. Auch Reitvereine sind aufgefordert, überflüssigen Wasserverbrauch zu vermeiden. Die Brunnen und Wasserspiele in der Innenstadt sind abgeschaltet, um kein unnötiges Wasser durch Verdunstung zu verschwenden.

Die Delbrücker Feuerwehr wurde gebeten, beim Übungsbetrieb möglichst auf großen Wasserverbrauch zu verzichten.

„Selbstverständlich ist das Einsatzgeschehen davon ausgenommen“, sagt Fachbereichsleiter Olaf Mersch­mann.

Den bewussten Umgang mit dem Lebensmittel Nummer 1, dem Trinkwasser, bringt die Kampagne „Deine Wasserpartner vor Ort“ den Menschen näher. Weitere Informationen zu Zielen, Tipps und Aktionen sind im Internet unter www.deine-wasserpartner.de nachzulesen.

Fragen zur Wasserversorgung beantwortet der Fachbereich „Tiefbau“ der Stadt Delbrück, Olaf Mersch­mann, Telefon 05250/996-251.

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