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In 40 Farben: Künstlerduo „Shibuya Art“ bringt Kurstadt-Motive auf Wände einer Unterführung in Bad Oeynhausen

Tunnel wird Graffiti-Galerie

Bad Oeynhausen

Zwei Wochen lang bis zu zehn Stunden am Tag haben die Künstler Lilli Neumann und Reza Jaxon von „Shibuya Art“ an der Verschönerung der Unterführung der Kanalstraße gearbeitet (diese Zeitung berichtete). Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 15 für die Kurstadt charakteristische Motive zieren nun auf einer Fläche von 275 Quadratmetern die vormals dunklen, zum Großteil beschmierten Tunnelwände.

Von Lydia Böhne

Seit sieben Jahren arbeitet das Künstlerduo Reza Jaxon (rechts) und Lilli Neumann unter dem Namen „Shibuya Art“ zusammen. Mit im Bild sind hier Stadtwerke-Sprecher Rüdiger Ernst und Julia Hinkelmann (links), bei den Stadtwerken zuständig für Marketing und Kommunikation. Im Hintergrund ist die Rutsche der Freibad-Anlage im Siel als eines der Motive zu sehen. Foto: Lydia Böhne

Nicht nur von ersten Passanten erntet die farbenfrohe Graffiti-Kunst, die den Tunnel nun schmückt, bei der offiziellen Präsentation viel positive Aufmerksamkeit und Lob. Auch Rüdiger Ernst, Sprecher der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO), und Julia Hinkelmann, zuständig für Marketing und Kommunikation, sind vom Ergebnis begeistert. „Der Tunnel sah jahrelang schlimm aus. Es musste etwas passieren“, sagt Ernst. Als „hell, freundlich und einladend“ loben er und Julia Hinkelmann die Neugestaltung, die dem heimischen Künstlerduo fantastisch gelungen sei.

Auch wenn sich Reza Jaxon über die Resonanz freut, sei das Projekt auch für ihn etwas Besonderes gewesen: „Für mich ist es eine Ehre, meine eigene Stadt mitzugestalten.“ Über die WESTFALEN-BLATT-Serie „Kulturbühne“ war Julia Hinkelmann auf die Arbeiten des Produktdesign-Studenten aufmerksam geworden. Unter dem Motto „Das ist Bad Oeynhausen“ habe man sich zusammengesetzt und überlegt, wie man ein Stück Kurstadt künstlerisch widerspiegeln kann.

Etwa 300 Farbdosen

15 maßstabsgerechte, selbst entworfene Motive, darunter bekannte Bauten wie das Kaiserpalais oder die Wandelhalle, aber auch die bunten Schirme auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände oder das Flößer-Denkmal an der Weser sind entstanden. Mit Lackfarbe haben die Künstler die zweidimensionalen Abbildungen auf den Wänden in 40 Nuancen verewigt. Etwa 300 Farbdosen waren nötig, um die Unterführung mit Graffiti-Kunst aufzuwerten.

Versiegelung bewährt sich

Nur zwei Tage nach Fertigstellung musste die Dreifach-Versiegelung zeigen, ob sie hält, was sie verspricht, weil jemand das Motiv der Oeynhauser Schweiz beschmiert hatte. „Es ärgert mich, aber man kann die Leute nicht kontrollieren“, sagt Reza Jaxon. „Ohne Versiegelung wäre die Schmiererei permanent gewesen“, erläutert Ernst.

Wie viel das Projekt, das zwar federführend von den SBO umgesetzt, aber in Absprache mit der Stadt auf den Weg gebracht worden ist, gekostet hat, kann der Sprecher noch nicht sagen. Investieren müssen habe man im Vorfeld der Graffiti-Aktion auch in die Wandreinigung. Ob es die letzte künstlerisch gestaltete Unterführung im Stadtgebiet bleiben wird? „Sag niemals nie“, sagt der SBO-Sprecher und fügt hinzu: „Es gibt noch genug hässliche Ecken.“

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