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Stemweder Gemeinderat begrüßt die Dorfgemeinschaftshaus-Pläne – Verwaltung soll Zuschussantrag stellen

„Twiehausen ist jetzt mal dran“

Stemwede

Es ist ein von Ortsheimatpflegerin Doris Blömker vorgelegtes Konzept, da in der Stemweder Ratssitzung großen Anklang fand.

Von Dieter Wehbrink

Die ehemalige Schule an der Theodor-Krausbauer-Straße wünschen sich die Twiehausener als Dorfgemeinschaftshaus. Die Gemeinde Stemwede, so beschloss es der Rat, wird deshalb einen Zuschussantrag an die Bezirksregierung stellen Foto: Dieter Wehbrink

In Twiehausen könnte der dörfliche Kern um das Feuerwehrgerätehaus und der ehemaligen Schule mit einem „multifunktionalen“ Dorfgemeinschaftshaus und einem schönen Dorfplatz aufgewertet werden.

Ein Teil des ehemaligen Schulgebäudes wird von der Feuerwehr genutzt. Es wurde im vergangenen Jahr bereits zweckmäßig saniert und für Feuerwehrzwecke umgebaut.

Die oberen Räume der alten Schule nutzen Gymnastikgruppen der heimischen Vereine. Das Gebäudeu sowie die Außenanlagen sind teilweise stark renovierungsbedürftig. Weil sie von der Feuerwehr nicht mehr benutzt werden, könnten sie als Dorfgemeinschaftshauses renoviert und von der Dorfgemeinschaft für vielfältige Aktivitäten genutzt werden.

Das Problem: So ein Umbau kostet viel Geld. Trotzdem beschloss der Gemeinderat, bei der Bezirksregierung in Detmold einen Förderantrag auf 250.000 Euro zu stellen. Der Antrag trägt den Titel „Umgestaltung dörflicher Kern Twiehausen – Umbau des Gebäudes an der Theodor-Krausbauer-Straße zu einem multifunktionalen Dorfgemeinschaftshaus mit Neugestaltung eines Dorfplatzes“. Kommt der Förderantrag durch, sollen fehlende Summen aus dem Stemweder Haushalt finanziert werden.

Allerdings müssen sich die Twiehausener darauf einrichten, dass die spätere Bewirtschaftung des Dorfgemeinschaftshauses nicht von der Gemeinde getragen wird. Der Rat beschloss, dass eine vertragliche Vereinbarung mit den Twiehausenern zu schließen ist, die sich laut Gemeindeverwaltung „an den bewährten Regeln orientiert, die mit der Niedermehner Dorfgemeinschaft mit Blick auf deren Dorfgemeinschaftshaus getroffen wurden.“ Ratsherr Friedrich Lange (FDP) schlug am Mittwoch zwar vor, genau diesen Satz aus der Beschlussvorlage herauszunehmen, kam damit aber nicht durch. Er beugte sich schließlich der großen Mehrheit, die den Satz befürwortete. Nur Uta Gesenhues (Grüne) aus Twiehausen stimmte dagegen.

Das Niedermehner Vorbild sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Bewirtschaftung eines Hauses gelingen könne, das die Gemeinde in ihrem Eigentum behalten müsse. „Eine solche Vereinbarung ist doch nur fair und ausbalanciert“, sagte Bürgermeister Kai Abruszat.

Doris Blömker hatte in ihrem Konzept vielversprechende Ansätze verankert. “Erste Gespräche mit örtlichen Akteuren erbrachten viele gute Anregungen: attraktive Räume im Obergeschoss (Mehrzweckräume) für Versammlungen und neue Spiel- und Sportangebote, etwa für eine Krabbelgruppe, Kleinkinderturnen, Yoga, Tanzen und gemeinsames Musizieren.“

Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, Poetry-Slam oder eine kleine Theateraufführung – in Erinnerung an Twiehausens Heimatdichter Theodor Krausbauer – seien denkbar, zudem der Bau eines Atriums im Außenbereich für Auftritte von Theater- und Musikgruppen.

Andreas Weingärtner

Zudem schlage man eine Boulebahn, Spielplatzgeräte für Kinder, Bewegungsgeräte für den Außenbereich für Senioren, überdachte Sitzplätze und eventuell einen Niedrig-Seilgarten vor.

Es könne einen Dorfbaum geben sowie klare Zuordnungen von Park- und Fahrwegen für die Feuerwehr. Die Neugestaltung des vorderen Parkplatzes sei ebenso angedacht wie der Abriss alter Fahrradständer. “Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich engagieren und bei diesem Projekt mitmachen werden“, verspricht Doris Blömker. „Die Feuerwehr bietet unter anderem die Nutzung der Toilettenanlagen an.“

„Die CDU begrüßt es, das es in Twiehausen in Richtung Dorfgemeinschaftshaus und Ertüchtigung der Räume voran geht“, sagte Fraktionsvorsitzender Andreas Weingärtner. „Wir glauben, dass es wegen der Initiative im Dorf genauso gut funktionieren wird, wie in Niedermehnen.“. Kai Abruszat brachte es auf den Punkt: „Twiehausen ist jetzt auch dran. Es war immer das Bestreben der Gemeinde, diejenigen zu unterstützen, die ihre Heimatdörfer stärken wollen und dazu ein hohes Maß an Gestaltungsideen einbringen. Und das ist in Twiehausen der Fall.“

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