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Paderborner Kreisbrandmeister Elmar Keuter: „So etwas habe ich noch nie gesehen“

Unwetter: 170 Feuerwehrleute aus dem Hochstift im Märkischen Kreis im Einsatz

Altena/Paderborn/Höxter/Büren

Nach dem Unwetter mit Starkregen und Überflutungen sind am späten Mittwochabend Feuerwehren aus Ostwestfalen zu Hilfseinsätzen ausgerückt. Die Feuerwehrbereitschaft Höxter/Paderborn machte sich mit 170 Einsatzkräften am späten Abend auf den Weg in den Märkischen Kreis. Zusammen mit der Feuerwehrbereitschaft Herford/Minden waren es 350.

Von Lars Rohrandt (mit dpa) 

Feuerwehrleute aus dem Kreis Paderborn in Altena im Einsatz. Die Feuerwehr aus Altenbeken war mit neun Einsatzkräften im Märkischen Kreis. Foto: Feuerwehr Altenbeken

Gegen 0 Uhr erreichten die Feuerwehrleute aus dem Hochstift den Märkischen Kreis und wurden auf verschiedene Gemeinden wie Hemer, Werdohl, Iserlohn und Altena verteilt, um ihre Kameraden vor Ort zu unterstützen. Der Paderborner Kreisbrandmeister Elmar Keuter (58) berichtete am Donnerstagvormittag aus der Kleinstadt Altena mit rund 16.500 Einwohnern, wo sie die ersten auswärtigen Kräfte waren, dass die Stadt 1,80 Meter unter Wasser gestanden habe: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Das Haus der örtlichen Feuerwehr sei abgesoffen. „Die haben dort nix mehr“.

Es dauerte bis die Feuerwehrleute die einzelnen Einsatzorte erreichen konnten. Straßen waren unpassierbar. Sie befreiten auch Menschen aus Autos und kämpften gegen Schlammlawinen. Am Morgen pumpten sie dann Keller leer. Keuter rechnet damit, dass der Einsatz für die Helfer aus dem Hochstift bis 20 Uhr dauere. Am Vormittag sollten die Einsatzkräfte per Transport mit Mannschaftswagen durchgewechselt werden.

Die Paderborner Feuerwehren hatten sich gegen 20.15 Uhr mit rund 20 Fahrzeugen und 80 Kräften an der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden versammelt. Kurz vor 21 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung. Das berichtete der Verband der Feuerwehren im Kreis Paderborn. Der Einsatzbefehl der Bezirksregierung hatte gegen 18.15 Uhr den Paderborner Kreisbrandmeister Keuter erreicht.

Auch die Bielefelder Feuerwehr rückte am Mittwochnachmittag mit 150 Kräften nach Hagen zur Unterstützung aus. Ebenfalls sind Einsatzkräfte des Technischen Hilfsdienst (THW) und der DLRG in den vom Unwetter betroffenen Gebieten. So sind zum Beispiel die beiden DLRG-Trupps aus Büren nachts aufgebrochen. Der Boots- und Strömungsrettertrupp ist nach Iserlohn gefahren und der Einsatztauchertrupp zunächst nach Ratingen zu einem Sammelplatz.

Das THW rückt von der Senefelder Straße in Paderborn aus. Foto: Jörn Hannemann

Regentief „Bernd“ hat das Hochstift offenbar so gut wie verschont. Im Warburger Stadtgebiet ist es am Mittwochabend zu einer Straßensperrung gekommen. Das Hochwasser der Twiste hat die L552 zwischen Wormeln und Welda überflutet.

Bei den Rettungseinsätzen starben zwei Feuerwehrleute im Sauerland. Ein 46-Jähriger Feuerwehrmann war am Mittwochnachmittag in Altena nach der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil ins Wasser gestürzt und abgetrieben. Seine Kollegen konnten ihn kurz darauf nur noch tot bergen. Knapp zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen. Er sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Ersten Erkenntnissen nach handelte es sich bei dem Unglück um einen gesundheitlichen Notfall.

Im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) sind vier Menschen nach schweren Überflutungen ums Leben gekommen.

Das Wasser steht in einer Straße in Altena. Foto: Marc Gruber
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