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Tischlerei und Familienbetrieb Schulze in Boffzen besteht 100 Jahre – Wilhelm Schulze startete am 1. Juni 1921

Vater und Tochter sind die Meister

Boffzen

Vier Generationen stehen für die Tischlerei Schulze in Boffzen. In diesem Jahr wird der stolze 100. Geburtstag gefeiert. Wilhelm Schulze war am 1. Juni 1921 der Gründer. Sein Sohn, der mit Vornamen ebenfalls Wilhelm hieß, wurde 1956 sein Nachfolger. Mit Bernd Behlert und seiner Tochter Kirsten Senftleben haben die dritte und vierte Generation die Ära von Wilhelm dem Ersten sowie Wilhelm dem Zweiten fortgesetzt und geprägt.

Von Jürgen Drüke

Vier Meisterbriefe in Reih und Glied: Tischlermeisterin Kirsten Senftleben und Tischlermeister Bernd Behlert präsentieren neben ihren auch die meisterlichen Auszeichnungen und Befähigungen von Tischlerei-Gründer Wilhelm Schulze sowie dessen Nachfolger und Sohn, der mit Vornamen ebenfalls Wilhelm hieß. Foto: Jürgen Drüke

„Wir sind seit 100 Jahren ein Familienbetrieb. Darauf sind wir stolz, denn es ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Bernd Behlert. 1973 hat der heutige Chef als Lehrling in der Tischlerei in der Heinrich-Ohm-Straße 20 in Boffzen angefangen. „Nach der Lehre habe ich meine Meisterprüfung gemacht“, blickt der 72-Jährige zurück.“ Die Arbeit ist sehr umfangreich, kreativ und vielfältig“, hebt der Boffzener hervor.

Wilhelm Schulze hat die Tischlerei Schulze in Boffzen am 1. Juni 1921 gegründet. Foto: Jürgen Drüke

Vielfalt zeichne die Arbeiten aus. Türen, Fenster, Innenausbau oder filigrane Holzarbeiten – die Tischlerei Schulze wird allen Anforderungen und Wünschen gerecht. In der heimischen Region wird die Qualitätsarbeit made in Boffzen geschätzt. Im Ruhrgebiet, im Rheinland., in Hannover, in Braunschweig oder auch auf Sylt – über Jahrzehnte hat sich der Familienbetrieb zudem auch in der Fremde einen guten Ruf erarbeitet. Kirsten Senftleben, die Tochter von Bernd Behlert, hat 1990 ihre Lehre in der Tischlerei Schulze begonnen. „1997 habe ich meine Meisterprüfung gemacht. Die Arbeit hat mir immer großen Spaß gemacht. Wichtig ist, dass die Kunden zufrieden sind“, betont die Meisterin. Es sei schön, wenn sich die Kundschaft noch nach Jahrzehnten zurückerinnern würde. „Gute Arbeit spricht sich ­herum. Wir haben viele Stammkunden und freuen uns über neue Kunden“, sagt die Frau, die sich keinen schöneren Beruf vorstellen kann.

Glückwünsche zum 100. Geburtstag von der Samtgemeinde Boffzen: Bürgermeisterin Gudrun Raßmann (rechts vorne) und Samtgemeinde-Bürgermeister Tino Wenkel gratulieren Bernd Behlert, seiner Ehefrau Jutta und Tochter Kirsten Senftleben. Foto: Samtgemeinde Boffzen

Im Schloss Corvey hat die Tischlerei Schulze ebenfalls ihren Gütesiegel hinterlassen. „In einem normalen Wohnhaus, einem Unternehmen oder eben in einem Schloss – wir arbeiten überall gerne. Auch das ist Vielfalt“, hebt Bernd Behlert hervor. Es gebe so viele schöne Geschichten, Erinnerungen und Anekdoten. Der Familienbetrieb, steht für Tradition und Fortschritt zugleich. So ist Dietmar Schulz seit mehr als 30 Jahre Geselle in der Tischlerei. Es gibt zudem noch einen Lehrling. „In all den Jahrzehnten hat meine Ehefrau Jutta, die Tochter von Wilhelm Schulze II und Enkelin von Wilhelm Schulze I, mich immer bestens unterstützt. Sonst hätte das gar nicht funktioniert“, sagt der Vater von zwei Töchtern. Neben Jutta Senftleben ist das Petra Radtke, die ebenfalls stolz auf den elterlichen Betrieb sei.

Rückblick: Am 1. Juni 1921 hat Wilhelm Schulze die Tischlerei mit dem gleichnamigen Namen bei der Handwerkskammer in Braunschweig angemeldet. „Der Beginn war in der Unteren Dorfstraße“, blickt Bernd Behlert zurück. „Ende der 20er- und Anfang der 30-Jahre erfolgte der Umzug in die Heinrich-Ohmstraße“, blättern Bernd Behlert und seine Tochter Kirsten Senftleben im Familienarchiv. 1956 trat der Sohn des Tischlerei-Gründers in die Fußstapfen seines Vaters: Auf Wilhelm den Ersten folge Wilhelm der Zweite. Bis zu seinem Tod 1983 führte Wilhelm II die Geschicke der Tischlerei. Danach wurde seine Ehefrau Irmgard als Chefin geführt. Meister und Schwiegersohn Bernd Behlert wurde der nächste Chef. „Wir sind ein Familienbetrieb und stolz darauf. Für die 100 Jahre sind wir alle gemeinsam sehr dankbar“, sagt Bernd Behlert.

Wilhem Schulze II, der Sohn des Gründers, hat die Tischlerei fortgeführt. Foto: Jürgen Drüke
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