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7400 Puten in Westenholzer Betrieb werden vorsorglich gekeult

Verdacht auf Geflügelpest im Kreis Paderborn

Delbrück-Westenholz

In einem Geflügelbestand in Delbrück-Westenholz besteht der Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest. Rund 7400 Puten müssen vorsorglich getötet werden.

Ein Sperrbezirk-Schild im Westenholz im März dieses Jahres. Foto: Oliver Schwabe

Die Tiere müssen nach Angaben des Kreises Paderborn nach geltendem EU-Recht bereits bei einem deutlichen klinischen Verdacht getötet werden. Die Tierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft und das Kreisveterinäramt treffen zurzeit alle Vorbereitungen für Tötung und Entsorgung der Tiere in dem Seuchenbestand. Zum Einsatz kommt die in solchen Fällen übliche Methode der Begasung mit Kohlendioxid. Danach werden die Ställe gereinigt und desinfiziert. Für solche Fälle ist eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse vorgesehen.

Der Geflügelhalter hatte in seinem Putenbestand verendete Tiere gefunden und seinen Hoftierarzt eingeschaltet. Erste Schnelltests fielen positiv aus. Die Veterinäre des Kreises Paderborn untersuchten den Bestand und nahmen Proben, die am an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt OWL gesandt wurden. Von dort gehen die Proben an das Friedrich-Loeffler-Institut.

Die Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Dr. Elisabeth Altfeld, bittet die Geflügelhalter, ihre Tiere sorgfältig zu beobachten. Sollten sie Krankheitssymptome zeigen oder die Anzahl der gestorbenen Tiere auffällig steigen – bei kleineren Haltungen bis zu drei toten Tieren pro Tag, bei Beständen über 100 Tieren mehr als zwei Prozent pro Tag, sollte sofort ein Tierarzt zum Ausschluss eines Geflügelpestausbruchs hinzugezogen werden. Verdachtsfälle auf Geflügelpest können per E-Mail, veterinaeramt@kreis-paderborn.de, gemeldet werden.

Schwer verlaufende Form

Insbesondere auch Hobbyhalter, Klein- und Kleinstbetriebe sollten ihre Bestände umgehend, falls noch nicht geschehen, der Tierseuchenkasse und dem Veterinäramt melden, um in einem Seuchenfall finanziell entschädigt zu werden. Tierbestände können per E-Mail, tierzahlen@kreis-paderborn.de, an das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen gemeldet werden.

Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza, die durch stark krankmachende Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Die hoch ansteckende Viruserkrankung befällt grundsätzlich Geflügel und andere Vögel. In der Öffentlichkeit spricht man seit dem Auftreten des Erregers H5N1 in Asien von der „Vogelgrippe“.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Geflügelpest (die so genannte Inkubationszeit) vergehen nur wenige Stunden bis Tage. Innerhalb weniger Tage können alle Tiere eines Bestandes erkranken und sterben. Hohes Fieber, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Schnabel, ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, zentralnervöse Störungen, verminderte oder keine Legeleistung oder dünnschalige, verformte Eier sowie vermehrte Todesfälle können Anzeichen sein. Bestätigt werden könnte eine solche Infektion immer nur durch eine Laboruntersuchung. Enten und Gänse erkranken seltener und weniger schwer, scheiden aber dennoch das Virus aus und können anderes Geflügel anstecken.

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