1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. „Vertrauen der Bürger verspielt“

  6. >

Linke im Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg kritisiert Windenergiepläne von Stephan Prinz zur Lippe an Gauseköte

„Vertrauen der Bürger verspielt“

Schlangen/Horn-Bad Meinberg

Die Windenergiepläne von Stephan Prinz zur Lippe und dem Unternehmen Westfalen Wind stoßen erneut auf Kritik. Diana Ammer, Stadtverordnete für „Die Linke“ im Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg, macht in einer Pressemitteilung deutlich: „Bei der Errichtung von neuen Windenergieanlagen bedarf es einer sorgfältigen Abwägung des Nutzens mit den Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt. Dies gilt insbesondere bei so sensiblen Standorten wie auf dem Kamm des Teutoburger Waldes.“

Die Windenergiepläne von Stephan Prinz zur Lippe (links) und Westfalen Wind (von links Jan Lackmann, Marcel Welsing) stehen weiter in der Kritik. Ihr Argument, die Anlagen stünden auf verwüsteten Waldflächen stimme nicht, meint Die Linke in Horn. Foto: Uwe Hellberg

Wer sich die Situation vor Ort anschaue, könne erkennen, dass für die 13 Anlagen geschätzte 10 Kilometer bislang gut wanderbare Waldwege in breite Schotterpisten umgebaut werden müssten. Ammer: „Das ist zum Beispiel der Kammweg zwischen Gauseköte und Stemberg auf einer Länge von 2,5 Kilometern und wenige hundert Meter nördlich davon der parallel dazu verlaufende Illadenweg ab Kreuzkrug auf drei Kilometern. Letzterer ist Teil des Bäderwegs, eines touristisch besonders wichtigen Wanderwegs, der die drei Eggebäder Bad Meinberg, Bad Driburg und Bad Lippspringe miteinander verbindet. Wandern auf fünf Meter breiten Schotterpisten ohne Schatten von Bäumen entspricht nicht dem, was man von einer Wanderregion erwarten kann.“

„Die Linke“ trete entschieden für Klimaschutz ein. Daher stehe sie der Nutzung von regenerativen Energiequellen positiv gegenüber. Neben dem Ausbau von Solarenergieanlagen sei dazu auch der Ausbau der Nutzung von Windenergie wichtig. Bei der Errichtung neuer Windenergieanlagen bedürfe es aber einer sorgfältigen Abwägung des Nutzens mit den Beeinträchtigungen.

Stephan zu Lippe und die Firma Westfalen Wind argumentierten bislang damit, dass sich alle geplanten Anlagen-Standorte auf verwüsteten Waldflächen befänden, auf denen Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Diese auf der Homepage von Westfalen Wind nachzulesende Aussage sei aber nachweislich falsch, sagt Ammer: „Eine Ortsbegehung Ende August offenbarte, dass sich an zwei der geplanten Standorte vollkommen intakter, bereits vor einigen Jahren aufgeforsteter Fichtenwald befindet.“ Auch bei zwei weiteren Standorten handele es sich offensichtlich um keine Kahlschlagflächen, sondern um Waldwiesen. An mehreren weiteren Standorten befänden sich unter abgestorbenen Fichten bereits nachwachsende junge Bäumchen, die beim Bau der geplanten Anlagen entfernt werden müssten.

Aus der Sicht der Linken in Horn-Bad Meinberg werde hier gerade das für die Energiewende so dringend notwendige Vertrauen der Bevölkerung verspielt. „Es ist ein Widerspruch in sich, dass hier Wald als dringend benötigter CO2-Speicher langfristig massiv zerstört wird, um den CO2-Ausstoß durch Kohlekraftwerke zu verringern. Wir brauchen eine Energiewende im Einklang mit dem Naturschutz und Minimierung von Flächenverbrauch“, meint die Stadtverordnete Diana Ammer.

Startseite