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Martin Schulz und Stefan Schwartze beim Ehrenamtsempfang der SPD in Bünde

Viel Lob für Überzeugungstäter

Bünde

„Ob es die Tafel ist, die Freiwillige Feuerwehr oder die Sportvereine – ohne ehrenamtliches Engagement könnte keine dieser Gruppen existieren“, stellt Martin Schulz klar. Der SPD-Bundespolitiker und ehemalige Präsident des Europaparlaments war am Freitagabend gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze zu Gast beim Ehrenamtsempfang der Sozialdemokraten im Waldschlösschen.

Von Daniela Dembert

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze (links) und Martin Schulz im Gespräch mit Bürgern beim Ehrenamtsempfang des SPD-Stadtverbands Bünde. Foto: Daniela Dembert

Nachdem der traditionelle Neujahrsempfang coronabedingt nicht stattfinden konnte, hatte der Stadtverband zu einem lockeren Grillabend als Outdoorveranstaltung geladen. Ehrenamtler seien in ihrer Freizeit, also „immer dann aktiv, wenn andere Feierabend machen und es sich gut gehen lassen. Sie tun das neben Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen – aus Überzeugung“, so Schulz, der auch Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung ist.

Der ehemalige Kanzlerkandidat der Genossen verwies auch auf die politische Arbeit in den Gemeinden und Städten, die auf ehrenamtlichem Engagement beruhe. Kommunalpolitiker würden von der Öffentlichkeit häufig nicht als die Menschen gesehen, die sie sind, sondern als die Vertreter einer Partei. „Die kriegen es oft richtig ab, obwohl sie nichts für das können, was auf Bundesebene passiert“, weiß der Rheinländer, der von 1987 bis 1998 als Bürgermeister der Stadt Würselen selbst auf kommunalpolitischer Ebene wirkte.

Dass das Ehrenamt eine elementare Säule der Zivilgesellschaft ist, unterstrich auch Stefan Schwartze, der für die SPD gerade erneut bei der Bundestagswahl antritt. „Was uns während Corona als Gesellschaft gefehlt hat, der Zusammenhalt und das Miteinander, bestätigt die wichtige Rolle des Ehrenamts“, sagte er. Wichtig sei ihm gewesen, seitens der Politik Vereinen für den Neustart nach der Pandemie eine Hilfestellung zu geben.

Von einem besonderen Beispiel nicht organisierten, zivilgesellschaftlichen Engagements und gelungener Integration hatte Schulz aus seinem Wahlkreis zu berichten, der von der Flutkatastrophe vor zwei Monaten stark betroffen ist. Eine Gruppe syrischer Flüchtlinge habe sich ganz selbstverständlich zum Arbeitseinsatz gemeldet. Darauf angesprochen hätten sie erklärt: „Wir mussten unser Land verlassen und haben alles verloren. Von den Menschen hier sind wir aufgenommen worden. Sie haben uns geholfen, uns einzufinden, die Sprache zu lernen. Natürlich helfen wir jetzt ihnen.“

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