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Stippvisite auf westfälischen Bauernhöfen: Wie Rinder und Schweine heute gehalten werden und welche Hürden den Landwirten im Weg stehen

Von Tierwohl und dem Kampf um die Existenz

Rheda-Wiedenbrück/Münster

Ob Schwein oder Rind – die Tierhaltung auf deutschen Bauernhöfen rückt zusehends in den Fokus vieler Verbraucher. Doch wie leben die Tiere tatsächlich, wie groß sind die Ställe, was hat sich bislang an Tierwohl-Verbesserungen ergeben – und wie sind die Perspektiven? Das WESTFALEN-BLATT hat sich die Situation auf vier Bauernhöfen in Westfalen angeschaut. Dabei wird auch offenkundig: Viele Landwirte kämpfen um die eigene Zukunft, ihre wirtschaftliche Existenz und den Fortbestand bäuerlicher Strukturen hierzulande.

Von Oliver Horst

Stefan und Anne Vogelsang auf ihrem Hof in Rheda-Wiedenbrück. In schlechten Zeiten wie diesen in der Milchviehhaltung hilft das Einkommen aus dem Hauptberuf der 32-Jährigen der jungen Familie. Foto: David Inderlied

Quietschfidel springt eines der Schweine über den strohbedeckten Boden in der weitläufigen, nach vorne offenen Halle, wirft sich in die goldgelben Halme und robbt sich an einen seiner im Sonnenlicht dösenden Artgenossen. Was fast kitschig nach einem schönen Schweineleben klingt, ist auf dem Hof von Ulrich Schulze Vowinkel in Laer bei Münster Realität. Zumindest für einen Teil seiner fast 2000 Mastschweine, die der 38-Jährige unter den Vorgaben der Tierwohl-Haltungsstufe 4 bis zur Schlachtreife mästet. Der Auslaufbereich mit Frischluft – in diesem Fall realisiert in einem umfunktionierten, überdachten Fahrsilo – ist eine der Bedingungen. Genauso wie mindestens 100 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, und damit wenigstens 1,5 Quadratmeter je Schwein.

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