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„Amphitryon“: köstliche Ensemble-Leistung auf der TAM-Bühne in Bielefeld

Wahrhaft göttliche Spiegelfechterei

Bielefeld

Auch der Olymp ist öde ohne Liebe. Die Götter treiben aus Langeweile ihren Spaß mit den Menschen und treten damit eine verrückte Identitätskrise nach der anderen los. Nach der Stream-Premiere im Juni feierte Heinrich von Kleists Lustspiel „Amphitryon“ am Donnerstagabend Premiere auf der realen TAM-Bühne. Die zwei Schauspielerinnen und vier Schauspieler – das göttliche und irdische Personal – durften sich zu Recht endlich vom realen Publikum feiern lassen.

Von Burgit Hörttrich

Urkomische Antihelden: Sosias, der Diener (Alexander Stürmer, links) wird mit dem eigenen Ich konfrontiert, denn Gott Merkur (Lukas Graser) sieht aus wie er. Nach der Stream-Premiere im Juni erlebte das Lustspiel „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist am Donnerstagabend seine gefeierte Premiere im TAM. Foto: Philipp Ottendoerfer

Jupiter (köstlich als von seiner charmanten Überlegenheit überzeugter Gott, gespielt von Janis Kuhnt) nimmt die Gestalt des siegreichen Feldherrn Amphitryon an. Als solcher schwarwenzelt er mit dessen Gattin Alkmene Britt Dehler (vollen Herzens verliebt) herum. Alkmene sinkt ohne jedes Misstrauen in die ach so starken, göttlichen Arme (“Hast Du so viel Spaß und bist glücklich hier im Gras“).

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