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Erfahrene Handarbeit-Profis bringen jungen Leuten das Stricken bei

Warburger Wolle wärmt Obdachlose

Warburg

Fast eine Tonne gespendete Wolle, mehr als 300 handgestrickte Decken sowie dutzende Mützen, Schals und Socken. Das ist die stolze Zwischenbilanz der im vergangenen Winter gestarteten Caritas-Aktion „Wärme schenken“ im Erzbistum Paderborn.

Die von Ehrenamtlichen aus gespendeter Wolle selbst gestrickten Patchwork-Decken werden von Wohnungslosen gern genutzt. Foto: pdp

Aktuell sind zahlreiche Strickgruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Erzbistum Paderborn weiterhin dabei, aus der im vergangenen Jahr gespendeten Wolle wärmende Sachen zu stricken, die dann an Wohnungslose und andere Bedürftige verteilt werden. „In der kalten Jahreszeit ist das eine willkommene Hilfe“, sagt Linda Heinemann von der Jugendinitiative Youngcaritas im Erzbistum.

Gemeinsam mit dem Referat Altenhilfe beim Diözesan-Caritasverband Paderborn hatte die Youngcaritas Ende 2020 zum Spenden von Wollresten aufgerufen. Ursprünglicher Hintergrund: Eine Strickgruppe im sauerländischen Brilon-Madfeld brauchte dringend Nachschub an Wolle, um mit ihren gestrickten Decken Hilfsprojekte mit warmen, selbst gestrickten Decken für bedürftige Menschen unterstützen zu können.

Aufruf verbreitete sich schnell

Der zunächst spontane und eher regional gedachte Aufruf verbreitete sich schnell über kirchliche Gruppen im gesamten Erzbistum, so dass knapp eine Tonne Wolle von hoher Qualität gespendet wurde. Daraufhin brachten sich weitere Strickgruppen und Einzelpersonen ein und halfen, aus der gespendeten Wolle warme Patchworkdecken, aber auch Mützen, Schals und Socken zu stricken.

„Die Freiwilligen sind mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit dabei, die Wolle in wärmende Sachen zu verwandeln“, lobt Ulrike Hackenholt, Caritas-Referentin für Altenhilfe. Verteilt werden die Strickwaren insbesondere über das Youngcaritas-Projekt „Warm durch die Nacht“ in Dortmund, wo junge Engagierte regelmäßig mit Bollerwagen voll warmer Getränke und anderer Hilfsgüter unterwegs sind, um bedürftige Menschen auf der Straße zu versorgen. Verteilt werden die Decken, Mützen und Schals aber auch über Hilfsprojekte für bedürftige Menschen in Paderborn, Höxter, Brilon und Siegen. Aktuell engagieren sich bei der Verarbeitung der Unmengen an gespendeter Wolle Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Johannes aus Salzkotten, aber auch Strickgruppen aus Höxter, Hagen und Siegen.

Begegnungen zwischen Jung und Alt

Neuerdings werden auch junge Menschen in Projekten in Minden und Warburg eingebunden, berichtet Linda Heinemann. „Dort bringen erfahrene Strickprofis meist höheren Alters jungen Interessierten das Stricken bei.“ So könne die Aktion gleich mehrere Ziele verwirklichen: Begegnungen zwischen Jung und Alt fördern, Einsamkeit im Alter vorbeugen und Nothilfe für Menschen bieten, die im Winter der Kälte ausgesetzt sind. „Außerdem dient die Aktion auch der Ressourcenschonung, indem ungenutzte oder bereits verstrickte Altwolle verwendet wird“, sagt Heinemann. Allerdings können wegen der noch großen Wollvorräte weitere Wollspenden aktuell nicht mehr angenommen werden.

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