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Schnelles Internet für das digitale Zeitalter auch in den Außenbereichen – 65 Glasfaseranschlüsse realisiert

Weißen Flecken in Delbrück geht‘s an den Kragen

Delbrück/Paderborn

Seit August 2020 sind die Bagger im Kreis Paderborn im Einsatz. Das Ziel: schnelles Internet in den unterversorgten Außenbereichen sicherzustellen. Bandbreiten unter 30 Mbit/s im Download sollen im Kreis Paderborn demnächst der Vergangenheit angehören. Im Delbrücker Land wurden besonders früh die Weichen dorthin gestellt.

Angekommen im Gigabitnetz: Auch Unternehmen, die historisch im Außenbereich von Delbrück gewachsen sind, wie etwa das Unternehmen STS Stefan Schmitz, profitieren bei einer Unterversorgung vom Bundesförderprogramm auf Breitbandausbau im Außenbereich. Aktuell sind schon jetzt rund 70 Adressen von „Deutscher Glasfaser“ aktiviert worden und verfügen über schnelles Internet. Darüber freuen sich: (von links) Landrat Christoph Rüther, Zahra Schmidt (Programm-Managerin Förderung, Deutsche Glasfaser), Björn Klein (Geschäftsführer STS Stefan Schmitz GmbH & Co. KG), Josef Hüßler (Projektmanager Bau, Deutsche Glasfaser) und Bürgermeister Werner Peitz.

Ermöglicht wird dies durch ein Förderprogramm der Bundesregierung zum Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in unterversorgten Gebieten. Nun konnten im Außenbereich von Delbrück die ersten 65 Glasfaseranschlüsse in den sogenannten „weißen Flecken“ durch die Deutsche Glasfaser (DG) realisiert werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir im Kreis Paderborn den rund 3450 unterversorgten Adressen – darunter auch Schulen und Gewerbebetriebe – durch dieses Förderprogramm die Chance auf uneingeschränkten Zutritt zum digitalen Zeitalter bieten können“, betont Landrat Christoph Rüther. Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz ist sich sicher: „Dieses Programm trägt zur Chancengleichheit aller Bürgerinnen und Bürger und bei den profitierenden Unternehmen zur Wettbewerbsgleichstellung bei.“

65 Anschlüsse bilden den Auftakt

Die 65 Delbrücker Anschlüsse bilden den Auftakt. Bis Ende 2023 werden nach und nach die weiteren unterversorgten Adressen angeschlossen. Bis der letzte Anschluss vom schnellen Datennetz profitiert, müssen noch etliche Kilometer der unterirdischen Datenautobahnen verlegt werden.

Derzeit sind kreisweit knapp 450 Kilometer von insgesamt 1100 erforderlichen Tiefbaukilometern zur Versorgung der weißen Flecken realisiert.

71,6 Millionen Euro Fördermittel hat der Kreis Paderborn für das „weiße Flecken Programm“ eingeworben. Der Kreis koordiniert für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden das Programm. Die Mittel werden zur Hälfte vom Bund und zu 40 Prozent vom Land NRW getragen und ermöglichen überall dort eine Erschließung unterversorgter Adressen mit breitbandigen Internetanschlüssen, wo sich der Ausbau für die Telekommunikationsunternehmen wirtschaftlich nicht lohnt.

Stadt Delbrück investiert rund 19 Millionen Euro

Die restlichen zehn Prozent der Kosten übernehmen die Kommunen ihrerseits. Die Stadt Delbrück beispielsweise investiert rund 19 Millionen Euro in das Programm. Voraussetzung für eine geförderte Erschließung ist bisher eine Downloadrate von unter 30 Mbit/s.

Über einen der 65 neuen Hochleistungsinternetanschlüsse freut sich unter anderem die Firma STS Stefan Schmitz GmbH & Co. KG in Delbrück-Ostenland. „Wir danken allen Beteiligten für die Unterstützung, damit wir nun neben der Versorgungssicherheit auch die Entwicklungsmöglichkeiten, die der Breitbandanschluss bietet, sukzessive nutzen können“, so Björn Klein, Geschäftsführer des Unternehmens.

Auch Josef Hüßler, DG-Projektmanager, freut sich über den guten Fortschritt der Arbeiten und die erfolgreichen ersten Anschlüsse. „Ohne Glasfaser läuft in Zukunft nichts. Als Digital-Versorger der Regionen sorgen wir für eine flächendeckende Versorgung des ländlichen Raums. Damit tragen wir dazu bei, dass es für Menschen auch künftig ein Vorteil ist, auf dem Land statt in der Stadt zu sein“, so Hüßler.

Mit „Grauen Flecken“ geht es jetzt weiter

Beim Bundesprogramm zum Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in unterversorgten Gebieten – den sogenannten „weißen Flecken“ – können ausschließlich Adressen gefördert werden, die unter einer Downloadrate von 30 Mbit/s liegen. Doch nun gibt es auch Hoffnung für alle Anschlüsse, die über 30 liegen.

Landrat Christoph Rüther und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Kreis planen, 2023 eine Förderung im sogenannten „grauen Flecken“-Programm zu beantragen. Das Förderprogramm soll dann, so die Ankündigung des Bundes, ausgeweitet werden, so dass noch mehr Gebiete mit einer Downloadrate jenseits der 30 Mbit/s-Marke damit gefördert werden können.

„Der Bedarf an hohen Bandbreiten steigt weiterhin und wir wollen alle Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, dass auch sie von den Förderprogrammen profitieren“, so Rüther.

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