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Stadt- und Kreisarchiv erhält 53.000 Euro aus Fördertopf

Weitere Akten können digitalisiert werden

Paderborn

Jubel im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn. Aus dem Förderprogramm „Wissenswandel“ des Deutschen Bibliotheksverbandes erhält das Haus gut 53.000 Euro für die Digitalisierung der Bestände.

Von Dietmar Kemper

Wilhelm Grabe, Leiter des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

Das teilte der Leiter des Archivs, Wilhelm Grabe, den Mitgliedern des Kulturausschusses mit. Der Andrang der Archive und Bibliotheken sei riesig gewesen, erzählte Grabe, und umso größer falle die Freude aus, dass Paderborn berücksichtigt wurde.

„Wissenswandel“ ist Teil des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters. Es soll dazu beitragen, die Folgen der Corona-Pandemie für Bibliotheken und Archive zu mildern und ihnen mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit im Internet zu verschaffen. Wer nicht online Flagge zeige, gerate ins Abseits, ist auch Wilhelm Grabe überzeugt. Dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT sagte er: „Heute recherchiert jeder im Netz, das ist eine Entwicklung, bei der die kleinen Archive hinten rüberfallen werden. Sie werden aus dem Bewusstsein verschwinden.“

Das Paderborner Stadt- und Kreisarchiv digitalisiert seit 2017 die Bestände. Bei den Zeitungen ist das Haus schon weit, auch Orts- und Schulchroniken können von überall eingesehen werden, die Personenstandsregister ab 1874 aber nur im Lesesaal des Archivs an der Pontanusstraße. Die Digitalisierung ist nicht nur ein Service, sondern auch ein Akt der Bewahrung und Sicherung der Bestände. Schließlich hält Papier nicht ewig.

Mit der Fördersumme, die um einen Eigenanteil von 5000 Euro aufgestockt wird, sollen etwa 1200 Verzeichniseinheiten, also Akten und Amtsbücher, von der Frühen Neuzeit bis 1820 digitalisiert werden. Die Arbeit macht das Archiv nicht selbst, sondern ein externer Dienstleister. So könne künftig der Bau des Weserrenaissance-Rathauses im 16. Jahrhundert anhand der Akten mitverfolgt werden, nannte Wilhelm Grabe ein Beispiel.

Es ist gut möglich, dass Vereine und Privatpersonen in Zukunft die Digitalisierung bestimmter Schriftstücke beauftragen analog zu den Books on Demand. „In der Fachwelt wird die Digitalisierung on Demand diskutiert“, weiß Wilhelm Grabe. Zurück zum Förderprogramm „Wissenswandel“: Es wurde mit weiteren zehn Millionen Euro ausgestattet und ist bis Dezember 2021 befristet. Allerdings werden wegen Überzeichnung keine neuen Anträge angenommen, sondern die alten abgearbeitet.

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