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Zu den Schlagzeilen über die Katholische Kirche: Pfarrer Josef Dieste aus Halle plädiert für sorgfältige Aufklärung

„Wenn strahlender Glanz dahin ist, muss gründlich und mühsam geputzt werden“

Altkreis Halle

„Mir tut es weh, dass meine katholische Kirche in diesen Wochen erneut so viele schreckliche Schlagzeilen, merkwürdige Fragezeichen und traurige Anmerkungen produziert. Dass darunter Menschen bis heute leiden müssen! Furchtbar! Diesen Blick müssen wir uns angewöhnen!“ Das sagt Pfarrer Josef Dieste aus Halle in seinem Wort zum Sonntag.

Pfarrer Josef Dieste aus dem Pastoralverbund Stockkämpen hat eine klare Haltung zu all den Themen, die die Katholiken gerade in diesen Zeiten bewegen. Foto: Christina Geis

„Und es leiden so viele Katholiken und wohl auch andere Christen daran mit, dass ihre christliche Religion so sehr beschädigt wurde. Manche wollen nun nicht mehr und treten aus der Kirche aus. Ich kann das sogar verstehen! Aber es tut mir als Pfarrer und auch der Seele weh.

Sie möchten sich nicht immer dafür rechtfertigen müssen, dass sie noch zu ihrer Kirche halten. „Ich bin hin und hergerissen“, so sagte mir jemand am Telefon mit gebrochener Stimme, die ich sonst ganz fest und sicher und überzeugend kenne. All das, was geschehen ist, muss offengelegt werden!

Aktenschränke dürfen nicht verschlossen bleiben! Auch dann nicht, wenn es weh tut!

Aktenschränke dürfen nicht verschlossen bleiben! Auch dann nicht, wenn es weh tut! Auch dann nicht, wenn es nicht zum glanzvoll äußeren Bild von katholischer Kirche passen will. Wenn strahlender Glanz dahin ist, muss gründlich und mühsam gereinigt und geputzt werden. Jetzt steht das an!

Mit sorgfältiger Aufklärung und Kleinstarbeit auf allen Ebenen einer Kirche muss Gewissenserforschung erfolgen. In der Beichtvorbereitung lernen schon Kinder, dass man sein Tun wirklich bereuen muss, danach erst kann Verzeihung erfolgen. Auch Bischöfe haben das in ihrer Kinderzeit erlernt, sie waren auch einmal Vikare und Pfarrer und haben in der Katechese diesen Grundsatz zu vermitteln versucht. Sie dürfen nie vergessen, was sie einmal vermittelt haben und wovon sie predigen! Aber sie müssen auch danach handeln!

Ich hoffe und vertraue auf den „Synodalen Weg“, der unter dem Eindruck der Ereignisse in der letzten Woche in Frankfurt getagt hat. Da waren auch die Bischöfe mutig, da zeichnet sich durch die Beschlüsse etwas ab, was eine gute und seelsorgende Kirche auszeichnen kann.“

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