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Trockenheit und Borkenkäfer: NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser besichtigt Schäden im Stemweder Berg

„Wer aufforstet, schützt das Klima“

Stemwede

Über das Bild an vielen Stellen im Stemweder Berg sind viele Bürger entsetzt.

Ministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte), Bundestagskandidat Dr. Oliver Vogt (2.v.r), Friedhelm Kohlwes (rechts) und Bianca Winkelmann beim Ortstermin im Stemweder Berg. Foto:

Wo vor kurzem noch Bäume standen, gibt es nur noch leere Flächen im Wald. Auch im Mühlenkreis haben 2019 und 2020 die Dürre, Stürme, Hitze und Borkenkäfer ihre Spuren hinterlassen. Der heimische CDU-Bundestagskandidat Dr. Oliver Vogt hat vor diesem Hintergrund die zuständige NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann und heimische Waldbauern in Stemwede zu einem Austausch über die aktuelle Lage eingeladen.

„Wald und Landwirtschaft sind wichtige Themen in unserer Region“, führte Vogt mit Blick auf die ländliche Struktur weiter Teile des Mühlenkreises aus. Dem Wald sei „zurecht auch ein ausführlicher Bereich im Wahlprogramm von CDU und CSU zur Bundestagswahl gewidmet“, was die besondere Aufmerksamkeit für dieses Thema deutlich mache: „Indem wir die Wälder stärken, können wir auch unser Klima schützen.“

Dort, wo sonst viele Bäume standen, sind im Stemweder Berg diese freien Flächen zu sehen. Trockenheit und Borkenkäfer-Befall machten großflächige Fällungen erforderlich. Foto: privat

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser informierte die Anwesenden über die aktuellen Unterstützungsmaßnahmen für Waldbauern. Alleine in diesem Jahr stelle Nordrhein-Westfalen 75 Millionen Euro zur Verfügung, Maßnahmen für mehr als 6300 Waldbesitzer seien 2021 bereits bewilligt worden. „Wir müssen die Anfälligkeit des Waldes gegen Klimawandel, Hitze und Trockenheit reduzieren, um den Wald zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Heinen-Esser.

Friedhelm Kohlwes, Vorsitzender der Forstbetriebsverbandes Wehdem, wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Situation im Mühlenkreis mit seinen kleinstrukturierten Gebieten hin. „Es gibt bei uns Waldbauern, die haben, wenn es hochkommt, einen halben Hektar Wald und sind damit leider von manchen Förderprogrammen ausgeschlossen.“

Zur Veranschaulichung verwies der Westruper hoch oben im Stemweder Berg auf zwei Grenzsteine eines besonders kleinen Stückes Wald, das nur wenige Meter breit ist.

Bianca Winkelmann, Landtagsabgeordnete aus Rahden und Sprecherin der Fraktion für Umweltpolitik, kennt das Problem und kann das Anliegen nur unterstützen: „Wir haben es hier mit einer besonderen Konstellation zu tun, dass es eine große Zahl an Eigentümern gibt, denen oft nur eine sehr kleine Waldfläche gehört. Diese dürfen nicht durch Bagatellgrenzen von wichtigen Fördermitteln abgeschnitten werden.“

Positiv stimmte Ministerin Ursula Heinen-Esser und Bianca Winkelmann, dass das nasskalte Aprilwetter und der kühle Maibeginn in diesem Jahr den Borkenkäfer-Flug deutlich ausgebremst hätten: „Für Prognosen ist es noch zu früh, aber der Wald ist besser ins Jahr gestartet als in den Jahren zuvor“, sagte Ursula Heinen-Esser.

Der gemeinsame Blick auf die Situation am Stemweder Berg machte deutlich, dass Themen wie Wiederaufforstung und Waldwegeunterhaltung auch hier vor Ort eine besondere Rolle spielten. „Die hohe Summe der Fördermittel auf Bundes- und Landesebene ist positiv. Jetzt müssen diese Mittel nur auch vor Ort ankommen“, teilte Dr. Oliver Vogt die Einschätzung der anwesenden Waldbauern. Er setze zudem darauf, dass die Ökosystemleistung des Waldes in Zukunft noch stärker honoriert werde. „Der Wald ist unser Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Wer aufforstet, schützt Klima. Deshalb wollen wir als Union die Klimaschutzleistungen des Waldes unter Einbezug der Holzprodukte finanziell stärker honorieren und eine CO2-Bindungsprämie einführen.“

Im Bundestag wolle er sich dafür starkmachen und gerne im weiteren Austausch bleiben.

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