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Brückensanierung Höxter: Schleuse oder Holztunnel sind technisch schwierig – Ersatzbrücke darf den Fluss nicht absperren

Wer bezahlt eine Weser-Fähre?

Höxter

Die Spitzen der Stadtverwaltung haben sich in Rat und Planungsausschuss am Donnerstag zur Weserbrücken-Sperrung geäußert. Bürgermeister Daniel Hartmann und Baudezernentin Claudia Koch sahen die Notwendigkeit einer Fährverbindung und eines Buspendelverkehrs für die Monate der Vollsperrung im Jahr 2022 und kündigten an, dass dazu zusammen mit Straßen NRW Möglichkeiten geprüft würden.

Von Michael Robrechtund Sabine Robrecht

2016 hat es eine Notrenovierung der Weserbrücke von 1956 gegeben. Stellenweise war der Beton brüchig. Ab Jahresende 2021 kommt nun die Gesamtsanierung: hier Foto: Robrecht

Nach längerem öffentlichen Druck hatten Straßen NRW und Stadt Höxter auf Initiative der Verwaltung, wie Bürgermeister Hartmann sagte, ein Maßnahmenpaket mit Busshuttle und Platzierung eines Rettungswagens an der Brückentankstelle ankündigt und hatten auch mit der Verwaltung in Boffzen über die Pläne gesprochen.

Baudezernentin Koch

Eine Schleuse oder ein Holztunnel über die Brücke während der Sanierungsphase sei technisch nicht verantwortbar. Die Brücke werde in der Bauphase schon geschwächt und dürfe kein zusätzliches Gewicht durch einen solchen Fußgängertunnel bekommen, erklärte Baudezernentin Claudia Koch im Planungsausschuss. Man habe bis zum Jahreswechsel noch etwas Zeit, sich eine machbare Lösung zu suchen. Koch bezeichnete die Umleitung des Fahrzeugverkehrs über die Lüchtringen-Strecke als akzeptabel. Geklärt werden müsse, wer eine Fähre bezahle und wie und von wem so eine Personenfähre organisiert werde. Mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt habe es jetzt Gespräche über die Fährlösung gegeben. Das WSA Weser sei gegenüber einer Fähre sehr aufgeschlossen (WB-Bericht vom 12. Mai). Die Idee einer Ersatzbrücke über Monate, die Boots- und Schiffsverkehr nicht möglich mache, sei nicht tragfähig. An zwei Stellen an der Weser bei Höxter sei eine Fähr- oder Bootsverbindung denkbar. Mehr als 50 Meter breit sei der Fluss an den engeren Stellen. Eine Option sei der Bereich Freibad/Kanuverein.

Bürgermeister Hartmann

Warum ein Fußgängertunnel über die Weserbrücke nicht möglich ist, das erläuterte auch Bürgermeister Daniel Hartmann im Rat. Zu den statischen Problemen komme die Gefahr hinzu, die sich beim Bau der Pylonen ergeben kann. „Es könnten Betonteile herunterfallen.“ Hartmann hob noch einmal hervor, dass er und auch sein Boffzener Amtskollege Tino Wenkel auf das am 12. Mai erfolgte Abstimmungsgespräch mit dem NRW-Landesbetrieb Straßen NRW gedrungen haben.

SPD: kostenfreie Fähre

Für die SPD gab der stellvertretende Ortsvorsitzende Christian Seidl eine Erklärung zur Brücke ab: „Die Höxteraner Weserbrücke stellt eine wichtige, unverzichtbare Verkehrsader dar. Durch die geplante Vollsperrung ab Anfang 2022 entsteht ein erheblicher Mehraufwand und wirtschaftlicher Schaden für Pendler und lokale Unternehmen. Der SPD-Ortsverein Höxter fordert deshalb eine kostenlose Alternative für Fußgänger und Fußgängerinnen sowie für Fahrradfahrer als Übergangslösung bis zur Teilöffnung der Brücke. Vorstellbar wäre eine Fähre oder eine bewegliche Pontonbrücke, um den Weser-Schiffsverkehr nicht komplett zu blockieren. Unumgänglich sehen wir dabei eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt Höxter und der Samtgemeinde Boffzen um schnell eine unkomplizierte Lösung zu finden.“

Weiter sagte er: „Dabei darf das Projekt Südbrücke nicht in Vergessenheit geraten. Der Schwerlastverkehr in der Altstadt stellt eine erhebliche Lärmbelästigung dar. Die aktuelle Sperrung der Weserbrücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hat gezeigt, dass dieser Verkehr in der Innenstadt nicht vermisst wird. Dass dieser nach der Brückensanierung aber ebendort wieder fahren darf, war eine Auflage des Landesbetrieb Straßenbau NRW als Bedingung für die Finanzierung der Sanierung. Deshalb scheint eine Weserüberquerung, die direkt an die Umgehungsstraße/B64 anschließt, als einzige Lösung den Schwerlastverkehr aus der Innenstadt permanent zu verbannen.“

https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Hoexter/Hoexter/4424567-Brueckensanierung-in-Hoexter-Strassen-NRW-und-Stadt-kuendigen-nach-Kritik-an-Abriegelung-des-Brueckfeldes-Massnahmenpaket-an-Faehre-und-Shuttlebus-sind-geplant

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