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Salzkottener Bauausschuss beauftragt Verwaltung mit Erarbeitung eines Förderprogramms

Wer pflanzt, bekommt Geld

Salzkotten

Innerhalb weniger Wochen haben Salzkottens Kommunalpolitiker das inzwischen dritte Förderprogramm in Sachen Umwelt und Klima angestoßen.

Von Marion Neesen

In vielen heimischen Gärten blühen jetzt die Apfelbäume. Um Neuanpflanzungen von Laub- und Obstbäumen zu fördern, soll in Salzkotten ein Förderprogramm aufgelegt werden. Foto: Marion Neesen

Nachdem die Verwaltung bereits beauftragt worden war, ein Förderprogramm für die Nutzung von Regenwasser sowie zur Umwandlung von Schottergärten zu erarbeiten, sollen Salzkottener Bürgerinnen und Bürger künftig auch sowohl für die Pflanzung als auch Erhaltung und Pflege ihrer Bäume und Hecken belohnt werden. Maximal 15.000 Euro sollen dafür im Klimaschutzbudget bereit gehalten werden. Die CDU-Fraktion hatte in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses einen entsprechenden Antrag gestellt, der einstimmig befürwortet wurde.

Die Zuschüsse sollen privaten Eigentümern, Mietern oder Pächtern von Flächen für die Pflege und Neuanpflanzung ortstypischer, standortgerechter und klimarelevanter Bäume und Hecken gewährt werden. „Mit großem Bedauern müssen wir feststellen, dass immer wieder vitale ortsbildprägende Bäume und Hecken gefällt oder zerstört werden. Auch unter stadtklimatischen Gesichtspunkten sind wir gehalten, dieser Entwicklung aktiv entgegen zu treten“, begründet CDU-Fraktionsvorsitzende Annette Stracke den Antrag. Eine Baumschutzsatzung sei dafür nicht das geeignete Mittel, da sie im Gegenteil zu mehr Baumfällungen führen könne. Die CDU sei der Ansicht, dass die Motivation durch eine Förderung langfristig zu besseren Ergebnissen führen werde.

Gefördert werden sollen etwa die fachgerechte Kronenpflege und Bodenumfeldverbesserung bereits bestehender Bäume. Förderfähig sollen dabei zwei Bäume pro Grundstück und Jahr sein. Dabei sollen 50 Prozent der tatsächlich nachweisbaren Kosten (maximal pro Baum 500 Euro innerhalb von fünf Jahren) erstattet werden.

Wer eine ortstypische Hecke anpflanzt, soll einen Zuschuss von 10 Euro pro Heckenmeter erwarten können. Die Anpflanzung von Laubbäumen soll mit maximal 100 Euro gefördert werden, bei Obstbäumen werden 40 Euro angesetzt. Arne Kemper, sachkundiger Bürger der Grünen, begrüßte die beantragte Förderung. Sah jedoch eine Lücke im Programm, da das Fällen älterer Bäume damit nicht verhindert werde. Sowohl Michael Fechtler (CDU) als auch Andreas Ruprecht (CDU) betonten in der Sitzung jedoch, dass eine Baumschutzsatzung Fällungen im privaten Bereich nicht verhindern könne. „Bäume können nicht effektiv gegen den Willen der Eigentümer geschützt werden“, so Fechtler. Vielmehr müsse es zu einem Mentalitätswandel und zu einem Pro-Baum-Gedanken kommen. „Wenn eine Satzung das Fällen eines Baumes ab einem Umfang von 80 Zentimetern verbietet, fällt der Baum bei 79 Zentimetern“, war Ruprecht sicher. Auch für Michael Sprink (SPD) ist eine „positive Herangehensweise der richtige Ansatz“. Eine an Verboten orientierte Baumschutzsatzung führe oft zum Gegenteil. Der CDU-Antrag warf bei den Sozialdemokraten jedoch auch eine Reihe von Fragen auf; unter anderem, ob das Budget überhaupt ausreichend sei. Gleichzeitig müssten die Maßnahmen von der Stadt beratend begleitet werden, wobei sich die Frage stelle, ob die Verwaltung dies personell leisten könne. Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Martin Westermeier verwies auf die Erarbeitung der nun drei in Auftrag gegebenen Förderprogramme neben zahlreichen weiteren Projekten in seinem Fachbereich. Im Stellenplan 2022 müsse das sicher Berücksichtigung finden.

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