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Von Betonfiguren bis Weidenflechten: 50 Teilnehmer probieren sich bei den Kunsttagen aus

Werburg-Ambiente fördert Kreativität

Spenge

Dass die Werburger Kreativtage nur an der Werburg funktionieren, ist eine Erkenntnis, die den Veranstaltern von der VHS im Kreis Herford im vergangenen Jahr deutlich geworden ist, als die Veranstaltung erstmals in der Regenbogen-Gesamtschule stattfand.

Von Thomas Meyer

Sigrid Boehmfeld und Monika Wortmann lernen bei Regina Sommer (von links), wie Weidenkörbe auf intuitive Art und Weise geflochten werden können. Als Trage-Utensil eignet sich nicht jeder Entwurf – die Suche nach einem Verwendungszweck ist Teil des kreativen Prozesses. Foto: Thomas Meyer

Umso größer war die Freude, dass die Kreativtage am vergangenen Wochenende wieder der Werburg über die Bühne gingen und von nun an ihren festen Platz immer am letzten Augustwochenende bekommen. 50 Teilnehmer waren dabei.

„Das inspirierende Ambiente der Werburg ist es, das die Kreativtage ausmacht“, zitiert Ulrike Koebke, VHS-Fachbereichsleiterin für Kunst und Gestalten, eine Teilnehmerin vom letzten Mal, was bedeuten sollte: Am Ausweich-Ort kann Infrastruktur und Organisation noch so gut sein, der Funke springt einfach nicht über. Darum stand für Koebke fest, dass die Kreativtage wieder an ihren ursprünglichen Platz müssen, an dem sie seit 2008 stattfinden. Gut, dass mit dem Museumspädagogen Marcus Coesfeld einer an Bord ist, der anpackt, der unterstützt und den sowohl für das Werburg-Museum als auch für die VHS hohen Aufwand mitträgt.

Judite Weitekamp (links) weiht nicht jeden in die Geheimnisse ihrer Modelliertechnik ein – Anke Paszehr kann sich zu den Glücklichen zählen. Foto: Thomas Meyer

Die Kreativtage am vergangenen Wochenende waren eine Mischung aus Neuem und Bewährtem. Für Judite Weitekamp war es eine Premiere. Die Stemweder Künstlerin und Kunstpädagogin griff die Skulptur der Nanas auf, jene Plastiken der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle, die mit der Bildersprache der Pop Art farbenfroh gestaltete voluminöse weibliche Körper darstellen. Nach streng geheimer Rezeptur hebt sie die Pappmaché-Figuren der 1970er Jahre auf ein zeitgemäßes, solides (Beton-)Niveau, was so viel Resonanz erhielt, dass der Kurs kurzerhand verdoppelt werden musste.

Schon seit Beginn dabei ist der Kurs „Holz neu entdecken“, was natürlich meint, dass der Werkstoff bei jedem dieser Kurse neu entdeckt werden kann. Immer etwas anderes heraus kommt auch beim intuitiven Weidenflechten, denn hier werden Fehler nicht etwa korrigiert, sondern zu Fantasieskulpturen ausgebaut. Ein Garant für ästhetisch ansprechende, farbschöne Ergebnisse ist der Workshop „Malen mit Pastellfarben“.

Die Kooperation zwischen Werburg-Museum und VHS zieht sich durch viele Fachbereiche. Bis zu den Kreativtagen im kommenden Jahr gibt es noch einiges an Programm: mittelalterlicher Schwertkampf, historisches Bierbrauen, Kettenflechten. Nächster Termin ist der Kinder-Malkurs am kommenden Samstag.

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