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Stadt Löhne stellt sich für mögliche Bombenentschärfung an der Stadtgrenze zu Bad Oeynhausen am ersten Advent auf

Werretalhalle zentrale Anlaufstelle

Löhne

Die Stadt Löhne sieht sich für den Ernstfall gut aufgestellt. Für den Fall einer möglichen Bombenentschärfung an der Stadtgrenze von Bad Oeynhausen und Löhne an diesem Sonntag, dem ersten Advent, schafft die Stadt vorsorglich eine Notunterkunft in der Werretalhalle.

Von Finn Heitland

Sollte eine Bombenentschärfung am ersten Advent notwendig werden, wäre die Werretalhalle Anlaufstelle für von einer dann notwendigen Evakuierung betroffene Anwohner aus Löhne, die keine andere Ausweichmöglichkeit im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis haben. Foto: Finn Heitland

Sollte aus Sicherheitsgründen für den Zeitraum einer Entschärfung die Evakuierung von Bewohnern notwendig werden, können sich betroffene Anwohner, die nicht an anderer Stelle im Kreis der Familie, bei Freunden oder Bekannten unterkommen können, in der Werretalhalle einfinden. „Wir sind der Einsatzleitung des Kreises Minden-Lübbecke unterstellt. Es ist ein hoher Abstimmungsaufwand schon im Vorfeld. Die Werretalhalle eignet sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten hervorragend für diesen Fall“, sagte Matthias Kuhle vom Ordnungsamt der Stadt. Das Amt sei für die Organisation vor Ort zuständig.

Hotline eingerichtet

Die Kooperation zwischen dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Löhne und der Stadt klappe hervorragend. „Auf der Homepage der Stadt findet sich ein Frage-Antwort-Bereich, in dem viele Fragen zum Thema beantwortet werden. Aber auch an einer eingerichteten Hotline werden Fragen im Vorfeld beantwortet“, sagte Kuhle. Die Rufnummer der Hotline lautet: 05732/100-159.

Sollte eine Bombenentschärfung notwendig werden, sei man auf viele Eventualitäten vorbereitet. Das DRK Löhne und die Stadt hätten bereits in der Vergangenheit gut harmoniert. Auch ein Notfallbetrieb wurde in der Werretalhalle bereits geübt. In der Notunterkunft werden Tische und Stühle in Saal 1 aufgebaut. Auch für Kinder sollen entsprechend Spiele bereitgelegt werden. „Durch das Aufstellen der Tische und Stühle geben wir bereits Abstände vor. Neben allen anderen Vorbereitungen ist auch Corona ein sehr sensibles Thema. Im Rahmen der Notunterkunft gilt die 3G-Regelung und im gesamten Gebäude Maskenpflicht“, sagt Ordnungsamtsleiter Paul Urban. Im möglichen Evakuierungsgebiet seien allerdings auch Personen direkt von Corona betroffen. Für diese seien Einzelräume im Untergeschoss der Werretalhalle mit separatem Eingang und ohne Kontakt zu anderen Personen vorgesehen. „Wir sind auf viele Menschen vorbereitet, aber durch die gute Vorarbeit haben viele bereits ein Ausweichquartier bei Freunden, Bekannten oder in der Familie. In Abstimmung mit den Gesundheitsämtern sind auch Menschen in Quarantäne anders und separat unterzubringen“, sagte Paul Urban.

3G-Nachweis

Sollte es zu Evakuierungen kommen müssen, werden am Eingang der Werretalhalle am Sonntag entsprechende 3G-Nachweise kontrolliert. „Alle, die nicht geimpft oder genesen sind, sollen nach Möglichkeit getestet kommen. Vor Ort wird es einen Infopunkt vom Ordnungsamt geben. Zudem wird das Radio die Ganze Zeit für aktuelle Informationen laufen“, sagte Alexander Hermelink vom DRK Löhne. Zu der Betreuung des DRK gehöre auch die Verpflegung der Anwesenden. Dabei werde das DRK und das Ordnungsamt von der Spezial-Betreuungseinheit des DRK Vlotho unterstützt. Auch eine Einsatzküche solle vor Ort aufgebaut werden.

„Wir bitten die auf die Notunterkunft Angewiesenen darum, nicht bereits prophylaktisch zu uns zu kommen. Aus großer Vorsicht muss niemand zu uns kommen. Gibt es die Möglichkeit, einen Aufenthaltsort bei Freunden, Bekannten oder in der Familie zu nutzen, ist dieser sicher gemütlicher“, sagte Dezernentin Beatrix Becker.

Anwohner informiert

Dank der Unterstützung des DRK Löhne und anderer sei ein reibungsloser Ablauf sichergestellt. Parkmöglichkeiten seien vorhanden. „Ein Dank geht auch an das Team der Werretalhalle, das nach einer hoffentlich schnellen Heimkehr Betroffener aufräumen und säubern müsste, da am Montag von 14 Uhr an und fortan jeden Montag dort geimpft wird“, sagte Stadtsprecherin Ursula Nolting.

Möglicherweise betroffene Anwohner sind von der Stadt in einem Brief informiert worden. Sollte es zu einer weiträumigen Evakuierung in einem Umfeld von 1000 Meter kommen müssen, wären laut Stadt bis zu 1000 Anwohner betroffen.

Hintergrund

Grund für die mögliche Evakuierung ist eine als Kampfmittelverdachtspunkt ermittelte Stelle in Werste. Dort hatte es im Rahmen von Bauarbeiten Sondierungsbohrungen gegeben. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes haben daraufhin entschieden, diesen Verdachtspunkt mit Baumaschinen zu öffnen. Erst wenn die Stelle freigelegt ist, wird feststehen, ob es sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Möglich ist auch, dass lediglich ein größeres Metallstück dort im Boden liegt. Wenn es sich um einen Blindgänger handelt, wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Je nach Art des Kampfmittels müsste in einem Radius von 500 oder 1000 Metern während der Entschärfung evakuiert werden.

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