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Gesellschaft für Zwischenlagerung kritisiert BI für Aussagen zu möglichen Fluten und wegen der Gelbe-Fässer-Aktion

„Weser-Hochwasser kein Problem für Standort“

Würgassen

Die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) kritisiert die Gelbe-Fässer-Aktion der Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ und deren Aussagen zu möglichen Weser-Hochwassern: Selbst eine sehr hohe Flut erreiche das geplante Zwischenlager nicht.

Eine ungewöhnliche Aktion sollte am Mittwoch den Protest gegen das geplante Atommülllager in Würgassen untermauern. Mitglieder der Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ hatten in Beverungen 40 gelbe Fässer mit dem Atomsymbol in die Weser gelassen. Die Aussagen der BI und die Aktion wird nun von der BGZ kritisiert. Foto: Michael Robrecht

Es ist bedauerlich, dass nun auch die BI „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ auf billigen Aktionismus und Falschdarstellungen statt auf einen faktenbasierten Diskurs setzt. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte der renommierte Hochwasser-Experte Prof. Jürgen Jensen von der Uni Siegen in einem von der BZG (Gesellschaft für Zwischenlagerung) beauftragten Gutachten dargelegt, dass die Hochwasser der Weser keinerlei Probleme am geplanten Logistikzentrum Konrad (LoK) in Würgassen darstellen. Am Mittwoch hatte die BI gelbe Fässer als Warnobjekte mit Blick auf zukünftige Hochwasser in die Weser gelassen (wir berichteten).

Das Baugelände ist laut BGZ-Sprecher Hendrik Kranert-Rydzy selbst bei einem statistisch alle 1.000 Jahre wiederkehrenden Hochwasser nicht von einer Überflutung betroffen. Lediglich im östlichen Bereich, der von der BGZ nicht bebaut wird, kommt es infolge des Sicherungsgrabens des ehemaligen AKW Würgassen zu Vernässungen. Selbst wenn die Volumina der beiden katastrophalen Hochwässer von 1943 (Bombardierung der Edertalsperre) und von 1946 (Eishochwasser) addiert würden, erreichten diese das Logistikzentrum nicht.

Rechts neben dem Ex-Reaktorgebäude ist das freie Gelände für das mögliche Atommülllager Würgassen zu sehen. Foto: Michael Robrecht

Anlagen, die zur kritischen Infrastruktur gezählt werden - dazu gehören etwa Chemiebetriebe, Talsperren und auch das LoK - müssen zudem eine 10.000-jährliche Sicherheit im Genehmigungsverfahren nachweisen. Erst bei einem so extrem unwahrscheinlichen Fall würde das Gelände 15 Zentimeter unter Wasser stehen, wie Prof. Jensen nachgewiesen hat. Aus diesem Grund wird die BGZ das Gelände aufschütten, auf der künftig die Halle des LoK stehen soll, so dass es zu keiner Überflutung des Gebäudes und der darin gelagerten, schwach- und mittelradioaktiven Abfälle kommen kann. Diese Aufschüttung hat - entgegen der völlig faktenfreien Behauptung der Bürgerinitiative - keinerlei Auswirkungen auf den Abfluss von Hochwässern in der Weser.

Die BGZ hat aufgrund der Ereignisse an der Ahr Prof. Jensen gebeten, noch einmal ausdrücklich mögliche Starkregen-Ereignisse und deren Einfluss auf die Situation am geplanten Logistikzentrum zu prüfen. Jensen kommt zu dem Schluss, dass auch vergleichbare Starkregenmengen keinerlei Probleme für den Standort darstellen.

Die BGZ weist darüber hinaus erneut daraufhin, dass der Untergrund am ehemaligen AKW Würgassen keinerlei Hindernis für die Errichtung des LoK darstellt. Der vorhandene Flutlehm - der in weiten Teilen Norddeutschlands zu finden ist, unter anderem unter der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover - wird vor der Errichtung des LoK ausgetauscht. Bereiche des LoK, die besonderen Anforderungen an die Tragfähigkeit des Untergrunds stellen, werden auf Rammbohrpfählen gegründet. Dabei handelt es sich um ein erprobtes und gängiges Verfahren.

Es bleibt abschließend festzuhalten, dass die Bürgerinitiative mit ihrer PR-Aktion nur eines erreicht hat - auf unredliche Weise völlig grundlos Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Denn selbst wenn man fälschlich von der Annahme ausginge, das LoK könnte überflutet werden, wäre auch dies für die Sicherheit der Anlage keinerlei Risiko. Die dort umgeschlagenen radioaktiven Abfälle werden zu 100 Prozent endlagergerecht verpackt - und damit hermetisch von der Umwelt abgeschlossen - in speziellen, geprüften Behältern gelagert. Bei einer Überflutung würde weder Wasser in die Behälter eindringen können noch würden die Behälter in irgendeiner Form „wegschwimmen“.

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