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Ehrenamtliches Engagement von, mit und für Migranten

Wie Integration in Altenbeken gelingt

Altenbeken

Im Altenbekener Integrationszentrum fand jetzt erstmals ein Ehrenamtstreffen statt. Zuwanderer erzählten, wie eine erfolgreiche und nachhaltige Integration von geflüchteten Menschen gelingen kann und welche Rolle ehrenamtliches Engagement dabei spielt.

Hilfe von, mit und für Migranten (von links): Marina Hasso, Mojtaba Farokhnezhad und Maryam Pahlavan Afshari, Sule Bilgic, Henriette Jost, Yakuphan Bilgic und Amir Tadres. Foto: Marion Wessels

Geboren und aufgewachsen sind sie in Frankreich, Kasachstan, der Türkei und im Iran. Jetzt leben sie, zum Teil schon seit vielen Jahren, in Deutschland und unterstützen diejenigen, die wie sie einst Hilfe gut gebrauchen können.

Die Fäden im Integrationszentrum laufen bei Sozialarbeiter Amir Tadres zusammen. Er koordiniert die Hilfsangebote. Die finden da statt, wo Zugewanderte und Beheimatete sich begegnen: im Integrationszentrum am Ossensteg in Altenbeken und bald auch im neuen Schulungsraum in der Schwaneyer Osttorstraße. „Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, sind besonders dankbar für die praktische Hilfe von Ehrenamtlichen. Sie wünschen sich persönliche Begegnungen und zwischenmenschliche Kontakte“, weiß Amir Tadres.

Yakuplan und Sule Bilgic, Studierende aus der Türkei, leben in Altenbeken und bieten regelmäßig Nachhilfe in Mathematik und Englisch an. „Wir haben selbst Unterstützung erfahren und möchten gern etwas zurückgeben. Es gibt uns einfach ein gutes Gefühl, wenn wir sehen, dass wir Kindern und ihren Eltern helfen können“, so das Ehepaar.

Die Französin Henriette Jost begleitet geflüchtete Familien auf ihrem Weg in die Gesellschaft. Sie hilft beispielsweise bei der Wohnungssuche. „Manche Vermieter hatten noch nie Kontakt zu Geflüchteten. Wenn sie sich dann kennenlernen, sind Zweifel schnell zerstreut und die Familien finden ein neues Zuhause“.

Kasachin gibt Nachhilfe in Deutsch

Marina Hasso aus Kasachstan, selbst Mutter von drei Kindern, bietet zweimal wöchentlich Nachhilfe in Deutsch und bei den Hausaufgaben an. „Es macht mich glücklich, wenn ich Kindern helfen kann, und dabei ist es egal, aus welchem Land sie kommen. Wenn sie Unterstützung brauchen, helfe ich“.

Seit zwei Jahren leben Maryam und Mojtabe Farokh­ne­zhad in Altenbeken. Das Asylverfahren des iranischen Ehepaars läuft noch und beide suchen Arbeit, um hier in Deutschland Fuß zu fassen. Im Altenbekener Integrationszentrum haben sie ihre künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Die großformatigen Wandbilder mit Symbolkraft sind echte Hingucker. Jeden Samstag bieten sie Kunstunterricht an. „Wir bekommen selbst noch Unterstützung und sind froh, ebenfalls helfen zu können. Es macht uns viel Freude, unser Talent mit Kindern zu teilen.“

Ehrenamtliche Unterstützung ist ein zentraler Baustein sozialer Arbeit, betont Amir Tadres. „Nicht nur durch die aktive Arbeit, sondern auch durch ihre Kompetenzen, ihre Geduld und ihre Zeit tragen ehrenamtlich Tätige zum Erfolg sozialer Projekte bei.“ So kann Integration gelingen. Kooperationspartner sind das Land Nordrhein-Westfalen und das Kommunale Integrationszentrum Paderborn, sagt Amir Tadres.

Wer Interesse an einzelnen Projekten hat oder sich für eine Mitarbeit als ehrenamtlicher Helfer interessiert, kann sich an Amir Tadres unter Tel. 05255/120056 wenden.

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