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Bundestagswahl aktuell – CDU enttäuscht – Haßelmann (Grüne) zieht über die Liste in den Bundestag ein

Wiebke Esdar (SPD) gewinnt Bielefelder Wahlkreis

Bielefeld 18.48 Uhr: 18.45 Uhr:

Die Entscheidung ist gefallen: Wiebke Esdar holt erneut das Direktmandat im Wahlkreis 132 (Bielefeld und Werther). Ebenfalls im Bundestag vertreten ist Britta Haßelmann (Grüne). Sie ist über die Landesliste abgesichert.

Seit 18 Uhr werden die Stimmen ausgezählt. Foto: Bernhard Pierel

Groß ist dagegen die Enttäuschung bei Angelika Westerwelle und ihrer CDU. Sie verpasste ebenso den Einzug in den Bundestag wie Jan Maik Schlifter (FDP) und Friedrich Straetmanns (Linke). Wenig aussichtsreich sind die Chancen von Maximilian Kneller (AfD).

21.37 Uhr: Noch einmal ein Blick auf die Zweitstimmen. Nach 246 von 263 Schnellmeldungen liegt die CDU bei 20,2 Prozent – mehr als sieben Prozent weniger als 2017. Die Christdemokraten werden sogar von den Grünen (21,8 Prozent/+10,6 Prozent) überflügelt. Die SPD liegt bei 26,8 und legt leicht zu (+1,4 Prozent). Es folgen die FDP (11,2 Prozent/-0,4 Prozent), AfD (7,0 Prozent/-1,9 Prozent)) und Linke (6,4 Prozent/-4,7 Prozent).

21.23 Uhr: CDU-Direktkandidatin Angelika Westerwelle sieht ihre Niederlage vor allem als Folge des schwachen Bundestrends der Union. Und der allgemeinen Unzufriedenheit infolge der Personaldebatte um den Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Ob auch Bielefelder Streitthemen wie die Verkehrswende auf das Ergebnis gedrückt haben könnten oder schlicht die Tatsache, dass sie in Bielefeld zu wenig bekannt ist, das „muss man jetzt analysieren“.

20.56 Uhr: Das schlechte Abschneiden der Linken hat für Friedrich Straetmanns Folgen. Sein Listenplatz reicht nicht aus, um erneut in den Bundestag einzuziehen: „Ich bin enttäuscht, hätte mehr erwartet, weil wir viele positive Rückmeldungen aus dem Wahlkampf hatten. Es ist uns aber nicht gelungen, mit unserem Kernthema Soziale Gerechtigkeit zu punkten. Und ja, wir Linke sollten die Fehler in erster Linie bei uns selber suchen. Ich hatte vier gute, aber anstrengende Jahre im Bundestag, gehe jetzt zurück ans Sozialgericht. Um die Zukunft meiner Mitarbeiter aus meinem Bundestagsbüro mache ich mir aber Sorgen. Ich selbst werde auch in Zukunft weiter politisch aktiv bleiben.“

Der Listenplatz von Friedrich Straetmanns (Linke) reicht nicht aus, um erneut in den Bundestag einzuziehen. Foto: Thomas F. Starke

20.49 Uhr: Glücklich äußerte sich Wahlsiegerin Wiebke Esdar: „Wir haben es geschafft, die Menschen von unseren Themen zu überzeugen. Die Verkehrsdebatte in Bielefeld hat bei der Wahl keine Rolle gespielt. Nun ist zu hoffen, dass sich die FDP in den anstehenden Gesprächen von einer Ampelkoalition überzeugen lässt.“ Grüße aus Berlin kamen von Britta Haßelmann: „Ich gratuliere Wiebke Esdar herzlich zum Direktmandat in Bielefeld-Gütersloh II. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr in Berlin. Und ich möchte mich bei ihr und bei den weiteren Mitbewerbern für den fairen Umgang im Wahlkampf bedanken.“

Riesen-Freude bei Wiebke Esdar und ihrem Mann Veith Lemmen. Die SPD-Kandidatin zieht erneut in den Bundestag ein. Foto: Bernhard Pierel

20.42 Uhr: Obwohl die FDP bundesweit zulegt, wird Jan Maik Schlifter nicht in den Bundestag einziehen, sein Listenplatz reicht nicht aus. Die Enttäuschung hielt sich am Abend in Grenzen („Das wäre sowieso nur eine theoretische Möglichkeit gewesen“), vielmehr freute er sich über das zweistellige Wahlergebnis der Liberalen auf Bundesebene: „Wichtig ist, dass wir ein zweistelliges Ergebnis haben. Ich glaube, viele Wähler haben ihre Stimme für die Liberalen aus Überzeugung abgegeben, nicht aus taktischen Erwägungen. Die Ausgangslage für Koalitionsgespräche ist gut, die Fortsetzung der GroKo wäre für mich eine Horrorvorstellung.“

20.24 Uhr: Der Sieg ist Wiebke Esdar nicht mehr zu nehmen. Nach 192 von 263 Schnellmeldungen liegt die SPD-Kandidatin bei 29,7 Prozent. Britta Haßelmann (Grüne/21,2 Prozent) und Angelika Westerwelle (CDU/21,3 Prozent) liefern sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jan Maik Schlifter kommt aktuell auf 9,7 Prozent, Maximilan Kneller (AfD) auf 7,8 Prozent und Friedrich Straetmanns auf 5,8 Prozent.

20.12 Uhr: In Berlin hat Britta Haßelmann Stellung bezogen. Das Statement der grünen Bundestagabgeordneten: „Es sieht so aus, als hätten wir ein gutes Ergebnis erzielt, auch wenn wir uns wirklich mehr erhofft hätten. Gemeinsam mit so vielen engagierten Mitgliedern haben wir in den letzten Wochen Unglaubliches geleiste. Die deutlichen Zuwächse an Wählerstimmen sind ein klares Mandat, dass Grüne in einer Regierung eine starke Verantwortung für die Gestaltung übernehmen sollen. Es geht darum, die drängenden Aufgaben der Zeit anzugehen, wirksamer Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit. Diese Aufgabe geht weit über unser Ergebnis heute hinaus. Der Abend ist noch lang, wir werden sehen, was er noch bringt. Fest steht: die neue Regierung muss eine Klimaregierung sein. Dafür werden wir uns jetzt mit aller Kraft einsetzen.“

19.55 Uhr: Fast die Hälfte der Stimmbezirke ist ausgezählt (130 von 263 Schnellmeldungen). Wiebke Esdar (SPD) liegt in Bielefeld mit 30,2 Prozent klar vorne. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Angelika Westerwelle (CDU/21,1 Prozent) den Einzug in den Bundestag nicht schaffen wird. Britta Haßelmann liegt bei (Grüne/20,4 Prozent), Maik Schlifter (FDP) bei 9,8 Prozent, Maximilian Kneller (AfD) bei 8,0 Prozent und Friedrich Straetmanns bei 5,9 Prozent.

FDP-Kandidat Jan Maik Schlifter studiert die Wahlergebnisse. Foto: Thomas F. Starke

19.36 Uhr: Britta Haßelmann holt auf. Nach 63 von 263 Schnellmeldungen liegt die grüne Kandidatin mit 19,5 Prozent nur knapp hinter Angelika Westerwelle (21,5 Prozent) Wiebke Esdar erreicht aktuell 30,4 Prozent, Maik Schlifter 10,0 Prozent und Friedrich Straetmanns 5,6 Prozent.

19.29 Uhr: Ein Blick auf die Zweitstimmen: Hier liegt die SPD nach 46 von 263 Schnellmeldungen bei 26,6 Prozent, die CDU bei 19,8 Prozent, die Grünen bei 19,4 Prozent, die FDP bei 11,2 Prozent, die AfD bei 8,8 Prozent und die Linke bei 6,9 Prozent.

19.12 Uhr: Es geht langsam vorwärts. Mittlerweile liegen 17 von 263 Schnellmeldungen vor. Wiebke Esdar kommt auf 30,3 Prozent, Angelika Westerwelle kommt auf 23,0 Prozent und Britta Haßelmann auf 17,7 Prozent. FDP-Kandidat Maik Schlifter liegt bei 10,6 Prozent, Maximilian Kneller (AfD) bei 9,3 Prozent und Friedrich Straetmanns (Linke) bei 4,7 Prozent.

Der erste Stimmbezirk ist ausgezählt (Grundschule Ummeln). Hier liegt Angelika Westerwelle mit 33,5 Prozent vor Wiebke Esdar (30,9 Prozent) und Britta Haßelmann (15,2). Bei den Zweitstimmen landet die CDU bei 31,4 Prozent, die SPD bei 27,8 Prozent, die Grünen bei 15,2 Prozent, die FDP bei 10,5 Prozent und die AfD bei 7,9 Prozent.

Dr. Angelika Westerwelle muss den Wahlkreis gewinnen, um in den Bundestag einzuziehen. Foto: Thomas F. Starke

Britta Haßelmann hat ihr Berlin-Ticket bereits sicher. Sie steht auf Platz 1 der Landesliste der Grünen. Anders die Situation bei den Linken: Nach der ersten ZDF-Hochrechnung liegt die Partei bei 5,0 Prozent. Friedrich Straetmanns wäre damit raus aus dem Bundestag.

SPD-Vize Ingo Nürnberger diskutiert mit Parteifreunden die ersten Hochrechnungen. Foto: Michael Schläger

18.36 Uhr: Nach Angaben von Oberbürgermeister Pit Clausen sind mehr als hundert Wahlhelfer nicht zum Dienst erschienen, die Vakanzen konnten jedoch aus der Reserve ausgeglichen werden. Ansonsten habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die Bielefelder Grünen blicken auf die ersten Ergebnisse. Foto: Thomas F. Starke

18 Uhr: 2017 holte Wiebke Esdar mit 33,2 Prozent den Wahlkreis 132, zu dem auch die Stadt Werther im Kreis Gütersloh gehört. CDU-Kandidat Michael Weber landete damals bei 30,7 Prozent.

Bei den Zweitstimmen hatte die CDU im Jahr 2017 mit 27,6 Prozent die Nase vorne. Es folgten die SPD (25,4 Prozent), FDP (11,6 Prozent), Grüne (11,1 Prozent), Linke (11,1 Prozent) und die AfD (8,9 Prozent).

Insgesamt waren an diesem Sonntag mehr als 235.000 Bielefelder zur Wahl aufgerufen. Fast 100.000 nutzten die Möglichkeit zur Briefwahl - so viele wie noch nie. Um 16 Uhr meldeten die Stimmbezirke eine Wahlbeteiligung von rund 65,7 Prozent (inklusive Briefwahlstimmen). Bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 waren es zur gleichen Uhrzeit etwa 65,0 Prozent.

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