Löschgruppen der Feuerwehren Brakel und Beverungen helfen nach Starkregen

Wieder „Land unter“ im Kreis Höxter

Brakel/Beverungen

„Wir haben noch mal Glück gehabt“, sagt Christoph Hartmann. Er reinigt mit Wasser aus einem großen Container die Auffahrt am Hof Welling in Erkeln nach einem Starkregen am Mittwochabend. Im Oktober 2019 habe es deutlich schlimmer ausgesehen.

Von Frank Spiegel 

In Erkeln sind Keller vollgelaufen. Foto: Feuerwehr Brakel

Viele Erkelner haben sich jetzt an die Ereignisse damals erinnert. Aber auch Amelunxen war am Mittwoch erneut betroffen.

Nach einem kurzen Gewitter mit Starkregen am Mittwochabend waren die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Brakel aus Erkeln, Hembsen, Beller und Brakel in Erkeln und Hembsen im Einsatz.

Insgesamt war in vier Keller Wasser und Schlamm eingedrungen, ein umgestürzter Baum wurde durch die Einsatzkräfte beseitigt. „Es ist allerdings nur ein Teil des Baumes umgestürzt. Die Fachabteilung unseres Bauhofes prüft, ob die Standfestigkeit für den stehen gebliebenen Teil noch gegeben ist“, berichtete Sven Heinemann, Leiter der Brakeler Feuerwehr, am Donnerstag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Die Feuerwehr hat weiter umliegende Straßen kontrolliert und von Schlamm befreit. Von Unrat befreit hat sie auch den Einlauf in die Regenwasserverrohrung in der Bachstraße.

Dieser Einsatz konnte noch vor Mitternacht beendet werden. 43 Feuerwehrmänner und -frauen waren im Einsatz.

„Das ist ein Starkregenereignis, wie es immer wieder vorkommen kann – ganz normal“, ordnet Sven Heinemann das Geschehen ein. Natürlich sei es dennoch für diejenigen, die betroffen seien, ärgerlich. Das Geschehene sei in keiner Weise vergleichbar mit den Ereignissen im Oktober 2019. Damals waren viele Keller teilweise bis zur Decke voll Wassser gelaufen. Wie der Leiter der Feuerwehr berichtet, seien drei Keller in Erkeln bis maximal 50 Zentimeter vollgelaufen, einer in Hembsen nur wenige Zentimeter. „Das Abpumpen war auch problemlos möglich“, so Sven Heinemann.

Auch Ferdinand Köring reinigt am Donnerstagmorgen nur wenige Meter von Christoph Hartmann entfernt die Straße und die Mauer vor seinem Haus. Der Erkelner gibt der Art der Bewirtschaftung der Felder eine Mitschuld an der Situation. „Nur Mais – das kann doch nicht gut gehen“, ist er überzeugt. Früher habe es mehrere kleinere Felder mit unterschiedlichen Einsaaten gegeben. „Die kleinen Maispflänzchen allein halten doch nichts zurück“, ist er überzeugt.

Werner Potthast, hier mit Enkel Timo, hat die Feuerwehr gerufen. Foto: Frank Spiegel

Werner Potthast war es, der die Kreisleitstelle alarmiert hat. „Als ich das Wasser in der Bachstraße sah, habe ich sofort angerufen“, berichtet er. Er würde sich wünschen, dass es eine Möglichkeit gäbe, die Roste, die eine Verrohrung in der Bachstraße sichern, im Hochwasserfall schnell hochziehen zu können, damit das Wasser noch besser abfließen kann.

In Amelunxen hat der Einsatz bis 2.30 Uhr gedauert. Die Wehr hatte noch die Straßen gereinigt. Hier war ein Keller vollgelaufen. „Der Besitzer hatte aber schon selbst hervorragend Vorkehrungen getroffen, sodass wir dort nicht mehr tätig werden mussten“, erklärt Sebastian Ewen, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Beverungen und in Amelunxen Einsatzleiter. Auch dort war es nach seinen Worten ein Maisacker, von dem die „Schlamm-Geröll-Lawine“ ausgegangen sei. Die sei einen knappen Kilometer durch den Ortsteil geflossen. Die Wehr habe sich schwerpunktmäßig um die Sicherung der Landstraße und schließlich um deren Reinigung gekümmert.

Auch in Amelunxen hieß es „Land unter“. Foto: Feuerwehr Beverungen

Im Einsatz waren Teile des Löschzuges Beverungen sowie die Löschgruppen Amelunxen, Wehrden und Drenke. Sebastian Ewen würde sich wünschen, wenn der Hochwasserschutz für Amelunxen stärker in den Fokus genommen würde.

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