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Naturschutzbund Minden-Lübbecke gibt Tipps – Insektennisthilfe auch für Wespen – Blühflächen anlegen

Wildbienen Lebensraum bieten

Lübbecke

Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des NABU-Kreisverbandes Minden-Lübbecke bisher 713 Wildbienen und Wespenarten nachgewiesen worden, davon 364 Wildbienenarten. Wildbienen standen lange Zeit im Schatten der Honigbiene bis eine intensivere Forschung aufgrund starker Bestandsrückgänge die bisher weit unterschätzte Bedeutung der Wildbienen bei der Bestäubung von Blütenpflanzen umkehrte.

Eine Wildbiene sucht nach Nektar auf der Blüte einer Magerwiesen-Margerite. Die Wildbiene stand lange Zeit im Schatten der Honigbiene – ihre Bedeutung bei der Bestäubung von Blütenpflanzen wurde unterschätzt. Foto: dpa/Patrick Pleul

In NRW sind 52 Prozent aller Wildbienen und Wespenarten gefährdet, so der Naturschutzbund.

Die jährlichen Rückgänge der Bestände würden durch den Lebensraumverlust gefördert, wobei ferner die intensive Landwirtschaft durch Überdüngung, Flächenversiegelung, Pestizide und Beseitigung von Blühstreifen zum starken Rückgang der Insekten allgemein beitrage. Der erforderliche Schutz bestehender Lebensräume solle intensiv vorangetrieben werden.

Die Wildbiene stand lange Zeit im Schatten der Honigbiene – ihre Bedeutung bei der Bestäubung von Blütenpflanzen wurde unterschätzt.. Foto: Hermann Nagel

„In unseren Gärten, aber auch im naturnahen öffentlichen Bereich haben wir die Möglichkeit, Flora und Fauna zu schützen und zu bewahren. Durch Anlegen einer Blühfläche mit Saatmischungen, die in Genossenschaften und Gärtnereien speziell für Wildbienen angeboten werden, kann so das Nahrungsangebot erweitert werden“, sagt Hermann Nagel vom NABU.

Für die eigentliche Insektennisthilfe solle immer Hartholz verwendet werden. Aus Gründen der Witterungsbeständigkeit sei trockene Natureiche als Kantholz 1,30 Meter lg., Abmessung 20 mal 15 Zentimeter zu empfehlen. Wobei natürlich auch andere Längen gewählt werden könnten. Nagel: „Als Abdeckung kann zum Beispiel ein Topfdeckel Verwendung finden. Bevor die Bohrungen eingebracht werden, noch ein wichtiger Hinweis. Holzscheiben sollten grundsätzlich nicht eingesetzt werden, da durch aufgehende Fasern eine große Verletzungsgefahr der Wildbienen besteht. Immer ins Längsholz, daher quer zur Faser bohren.“

Absolut saubere Bohrungen mit hochwertigen Holzbohrern und einem Durchmesser von zwei bis neun Millimetern seien wichtig für den späteren Besatz. Durchmesser von drei bis sechs Millimetern sollten mengenmäßig dominieren. Aus rein praktischen Gründen biete sich die Länge eines Standardbohrers als Gangtiefe an. „Nach der Fertigstellung und Aufstellung an einem südlich ausgerichteten Standort ist es dann hochinteressant, dem Treiben bei der Besetzung der Bohrgänge und dem Eintrag der Pollen zuzusehen“, betont Naturschützer Hermann Nagel.

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