1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. „Willkommen zurück!“

  6. >

450 Bundeswehrsoldaten nach Einsatz in Afghanistan wieder in Augustdorf begrüßt

„Willkommen zurück!“

Augustdorf

Während in Afghanistan die Taliban ihren vermeintlichen Sieg bejubeln, sind zahlreiche Soldatinnen und Soldaten aus der Augustdorfer Rommel-Kaserne jetzt wieder zuhause begrüßt worden.

Generalleutnant Johann Langenegger (re.) schreitet mit Brigadekommandeur Stephan Willer (li.) die Abordnungen der Verbände der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ ab. Foto: Bundeswehr

Am 30. Juni 2021 landete die letzte Maschine aus dem langjährigen Einsatzstandort der Bundeswehr im nordafghanischen Mazar-e Sharif auf dem Militärflugplatz in Wunstorf. Für zahlreiche Soldatinnen und Soldaten aus Augustdorf ging an diesem Tag der Einsatz im letzten offiziellen Einsatzkontingent der Bundeswehr im Rahmen der NATO-Ausbildungsmission „Resolute Support“ („Entschlossene Unterstützung“) zu Ende.

In den zurückliegenden 20 Jahren waren etwa 10.000 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ in der zentralasiatischen Krisenregion im Einsatz. Während eines feierlichen Appells in der Augustdorfer Rommel-Kaserne wurden die Einsatzrückkehrer jetzt offiziell wieder am Bundeswehrstandort am Sennerand begrüßt.

„Willkommen zurück“: Generalleutnant Langenegger zeichnet Einsatzrückkehrer des Panzergrenadierbataillons 212 mit der Einsatzmedaille der Bundeswehr in Silber aus. Foto: Bundeswehr

Als Ehrengast sprach Generalleutnant Johann Langenegger aus dem Kommando Heer in Strausberg zu den 450 angetretenen Soldatinnen und Soldaten der Brigade. Der 63-jährige General führt als Kommandeur Einsatz die Divisionen des Feldheeres, darunter auch die 1. Panzerdivision aus Oldenburg, vorgesetzte Dienststelle der „Lipperland“-Brigade. Zudem vertritt Langenegger als Stellvertreter den Inspekteur des Heeres.

Mit Rücksicht auf die aktuelle Situation in Afghanistan sowie die erst am Wochenende zu Ende gegangene Evakuierungsoperation der Bundeswehr am Flughafen Kabul fand der Appell weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Etwa 20 Gäste nahmen an dem einstündigen Zeremoniell teil. Generalleutnant Langenegger erinnerte in seiner Rede an die Ereignisse rund um die Terroranschläge in den USA am 11. September 2001. Im Dezember 2001 beschließt der Bundestag die Entsendung von Bundeswehreinheiten, die im Januar des Folgejahres in der afghanischen Hauptstadt eintreffen.

Erinnerung an gefallenen Panzerfahrer aus Bielefeld

In Mazar-i Sharif, Kunduz und Fayzabad werden große Feldlager errichtet. Gemeinsam mit internationalen Koalitionstruppen liefern sich Kampfeinheiten der Bundeswehr teilweise heftige Gefechte mit den Taliban. Die damit verbundene Konfrontation mit Tod und Verwundung bezeichnete der Drei-Sterne-General als „sehr bittere Erfahrung“ und erinnerte an die 59 Bundeswehrangehörigen, die am Hindukusch ihr Leben verloren.

Der 23-Jährige Panzerfahrer Alexej Kobelew aus Bielefeld fiel im Juni 2011 einem Sprengstoffanschlag auf seinen „Marder“-Schützenpanzer zum Opfer. Das Panzergrenadierbataillon 212 stellte regelmäßig in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten große Teile der Afghanistan-Kontingente aus Augustdorf. Auch im letzten Einsatzverband der Bundeswehr waren über 200 Augustdorfer Panzergrenadiere seit Dezember letzten Jahres eingesetzt.

„Wir haben unseren Auftrag über zwei Jahrzehnte erfüllt“: Generalleutnant Johann Langenegger blickte in seiner Ansprache auf den Einsatz in Afghanistan zurück. Foto: Bundeswehr

Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Afghanistan stellte Langenegger die Leistungen der Einsatzkräfte der Bundeswehr heraus: „Wir alle haben über zwei Jahrzehnte unseren Auftrag treu und tapfer erfüllt – wie es unser Eid von uns verlangt.“ Der zweifache Familienvater diente selbst fast ein Jahr als Chef des Stabes der NATO-Mission in Afghanistan.

Auch Brigadegeneral Stephan Willer, Kommandeur der Augustdorfer Kampftruppenbrigade, hob die Leistungen der Truppe deutlich hervor. Der Afghanistan-Einsatz habe die Panzerbrigade 21 nachhaltig geprägt, ist sich Willer sicher. Der Brigadekommandeur verlas zusätzlich während seiner Rede eine Grußbotschaft von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der den Soldatinnen und Soldaten für ihren Einsatz in Afghanistan dankte.

Startseite