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Paderborn: Realschule in der Südstadt spendet 10.700 Euro für Flutopfer

„Wir müssen einfach etwas tun“

Paderborn

Als die Realschüler in der Südstadt die Bilder der Flutkatastrophe zum ersten Mal gesehen haben, machte sich Fassungslosigkeit, Entsetzen und Hilflosigkeit breit. Ganz schnell kam aber auch das Gefühl auf, selbst etwas tun, mit anpacken zu wollen.

Von Kerstin Eigendorf

David Flore (zweiter Konrektor der Realschule in der Südstadt), Schülersprecherin Melissa Igrik, Konrektorin Simone Görmann, Leonie Kleinhans (stellv. Schülersprecherin) und Christoph Eikenbusch (Spendenbeirat Verein „Aktion Lichtblicke“) freuen sich über viel Geld für Flutopfer. Foto: Kerstin Eigendorf

„Wir können froh sein, dass wir nicht betroffen sind. Es ist einfach unsere Pflicht, den Familien in den Flutopfergebieten zu helfen“, sagt Schülersprecherin Melissa Igrik (14). Und Lenie Kleinhans ergänzt: „Wir müssen einfach etwas tun.“ Den Lehrern ging es genauso. Und so war schnell die Idee geboren, einen Sponsorenlauf auf dem Sportgelände am Monte Scherbelino zu organisieren. Zudem wurde auch im Unterricht immer wieder über die Flutkatastrophe gesprochen.

Das Ergebnis hat alle Beteiligten überrascht: 10.700 Euro konnten jetzt an den Verein „Aktion Lichtblicke“ übergeben werden. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt David Flore, zweiter Konrektor der Realschule, nachdem er am Morgen den Betrieb in der Bankfiliale etwas aufgehalten hat, weil er mit 24 einzelnen Einzahlungen dort aufschlug. „Von einem zweistelligen Betrag bis hin zu einem größeren vierstelligen Betrag war alles dabei“, berichtet er stolz. Und im Rahmen einer Siegerehrung wird nicht der höchste Betrag prämiert, sondern die schnellsten Rundenläufer der Jahrgänge werden ausgezeichnet.

Denn die Schüler konnten sich bis zu drei Sponsoren suchen, die ihre Laufrunden am 25. August vergoldeten. Nahezu alle Schüler haben mitgemacht, einige Lehrer ebenfalls. Zusätzlich haben die Firmenpartner der Schule auch Einzelspenden direkt an die „Aktion Lichtblicke“ überwiesen. Auch die EM-Tipprunde der Lehrer gab ihren Beitrag dazu.

Christoph Eikenbusch vom Spendenbeirat des Vereins „Aktion Lichtblicke“ ist begeistert über so viel Engagement, das ausdrücklich Familien mit Kindern zugute kommen wird. „Hagen, Ahrtal, Iserlohn, Fröndenberg: Die Liste der Orte ist lang. Der Bedarf ist groß“, sagt er. Viele würden „mit Sicherheit noch mindestens fünf Jahre Hilfe brauchen“. Das Engagement der Realschule in der Südstadt sende das momentan wichtige Signal: „Ihr seid nicht alleine.“

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