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Geplantes Atom-Logistikzentrum in Würgassen: Initiative und Bürgermeister bewerten neuen Koalitionsvertrag

„Wir müssen weiter Druck machen“

Beverungen

Auch im Kreis Höxter ist der Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung mit Spannung erwartet worden, erhoffte man sich doch klare Aussagen zum in Würgassen geplanten Logistikzentrum. Beverungens Bürgermeister spricht von viel Spielraum für unterschiedliche Interpretationen.

In Würgassen soll ein Logistikzentrum für Atommüll entstehen. Foto: Harald Iding

Der Vertrag enthält die Textpassage „Genehmigte Endlager müssen zügig fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Hierzu gehören auch die Standortauswahl und die Errichtung des notwendigen Logistikzentrums“.

„Die Ausführungen lassen leider viel Spielraum für unterschiedliche Interpretationen“, sagt dazu Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm. Er hätte sich klarere Formulierungen gewünscht. „Hoffnung macht mir, dass der geplante Standort in Würgassen nicht festgeschrieben wurde und man den Wortlaut des Koalitionsvertrages dahingehend auslegen kann, dass die Standortsuche für ein Logistikzentrum noch nicht abgeschlossen ist“, so Grimm, der betont, dass er aus dem Standortarbeitskreis heraus den klaren Auftrag erhalten habe, sobald die neue Bundesregierung gebildet wurde, mit der neuen Bundesumweltministerin Kontakt aufzunehmen, um die vor Ort herrschenden Sorgen und Bedenken vorzutragen und die Forderung zu überbringen, „dass die Standortauswahl auf Null gesetzt und von vorne beginnen muss. Ich hoffe darauf, dass die neue Umweltministerin im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin zu direkten Gesprächen bereit ist“. Neue Umweltministerin soll Steffi Lemke von den Grünen werden.

Auch Dirk Wilhelm, Vorsitzender der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck, liest aus dem Text den Auftrag, Würgassen noch einmal zu überdenken. Die bisherige Standortentscheidung sei zumindest relativiert, wenn nicht sogar für unzureichend definiert. „Jetzt gilt es, weiter Druck aufzubauen“, schreibt er auf der Facebook-Seite der BI.

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