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Paderborner Verband ist Partner – Pandemie trifft die Kinderdörfer in Peru und Ghana hart

Wo Kindern eine Chance gegeben wird

Paderborn/Lima/Oyoko

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie treffen viele Länder wirtschaftlich schwer, besonders aber die Länder des Südens. Zahllose Menschen, vielfach Tagelöhner, sind durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens arbeitslos geworden, können die Schulkosten für ihre Kinder und auch die Krankenbehandlung nicht mehr bezahlen, geraten in existenzielle Not. Besonders die Kinder leiden.

Edward, Paloma, Ariana und Fernando sind vier der zehn neuen Kinder im Westfalia Kinderdorf in Cieneguilla/Lima, Peru.

Sowohl in Peru als auch in Ghana haben die Nationalen Träger in Absprache mit ihrer Partnerorganisation, „Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer“ (IVWK) in Paderborn, entschieden, weitere in Not geratene Kinder zu unterstützen: Zehn Kinder sind in das „Aldea Infantil Westfalia Kinderdorf“ in Cieneguilla/Lima aufgenommen worden. Die Schicksale dieser Kinder, die durch Vertreter des Frauenministeriums ins Kinderdorf gebracht wurden, berühren und lassen erahnen, welche Auswirkungen die Pandemie in Peru, einem „Hotspot“ mit 200.000 Toten, in der einfachen Bevölkerung hat. Und der Druck bezüglich weiterer Aufnahmen ist da.

Im „Westphalian Children’s Village“ (WCV) in Oyoko sind 20 kleine Kinder aus verarmten Familien im Rahmen eines Care-Programms in die Betreuung genommen worden. Die Kinder werden in ihren Familien durch die Sozialarbeiterin des WCV regelmäßig besucht, die Eltern werden beraten und bei der Schulausbildung der Kleinen finanziell unterstützt. Nach dem Unterricht in der Grundschule erhalten die „Care-Kinder“ eine warme Mahlzeit im Kinderdorf und werden auch bei den Hausaufgaben beaufsichtigt.

Kein Kind wird ohne Berufsabschluss entlassen

Schulische Bildung und Berufschancen zu schaffen, sind wichtige Bausteine der satzungsgemäßen Förderung des IVWK, denn kein Kind wird ohne Berufsabschluss entlassen. Bildung ist die beste Selbsthilfe, die gegeben werden kann, um jungen Menschen einen Platz in ihrer Gesellschaft zu ermöglichen, wo sie sich kreativ und selbstbestimmt einsetzen können.

Für die tertiäre Ausbildung (Lehre, Fachschule, Universität) sind für beide Länder Bildungs-Fonds eingerichtet worden. Dank der Bildungs-Förderer, Paten und Sponsoren können in Peru derzeit 15 Jugendliche und in Ghana neun Herangewachsene ihre berufliche Ausbildung absolvieren. 14 ausgebildete junge Leute sind in diesem Jahr aus dem WCV in Ghana entlassen worden, drei Peruaner sind Ende dieses Jahres fertig.

Sowohl für Peru als auch für Ghana hat der IVWK ein Stipendien-Programm eingerichtet, um lernstarken Kindern und Jugendlichen der Region den Schulbesuch der Grundschule im Westfalia-Kinderdorf oder der Senior High School im WCV zu ermöglichen, ihnen Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen. Nach dem erfolgreichen Abitur der ersten Geförderten hofft der IVWK auf weitere Sponsoren.

Geborgenheit in der Familie finden

Das pädagogische Konzept des IVWK basiert auf der Überzeugung, dass für eine gesunde Entwicklung von Kindern das Aufwachsen in einer Familie optimal ist. Deshalb werden die Kinder in reale familiäre Strukturen integriert, mit einheimischen Pflegeeltern und bis zu 14 Geschwistern in einem Familienhaus. Hier erfahren die Kinder liebevolle Geborgenheit und entwickeln in der großen Dorfgemeinschaft Kompetenzen für ein selbstständiges Leben. Schon frühzeitig wird die Selbstständigkeit gefördert durch die altersgemäße Verteilung von kleineren Verantwortungsbereichen. Außerdem werden die Kinder im kinderdorfeigenen Kindergarten und in der Grundschule in ihren Fähigkeiten gefördert.

Die beiden Kinderdörfer in Ghana und Peru werden in ihrem Betrieb und Aufbau gestützt. Da junge Leute mit Behinderung kaum eine Chance haben, sind in Peru zwei Kleinstunternehmen gegründet worden als Inklusionsmodelle der Zusammenarbeit von ausgebildeten Kinderdorfkindern mit gehandicapten Jugendlichen.

Die meisten der 20 in das Care-Programm des Westphalian Children‘s Village (WCV) aufgenommenen Kinder. Foto:

In beiden Ländern wird durch den Aufbau von Schulen das Bildungsangebot deutlich gestärkt und in Ghana wird durch den Ausbau eines Krankenhauses die medizinische Notversorgung, die Behandlung von Augenleiden – der Graue Star ist eine Volkskrankheit – und die regelmäßige Betreuung von chronisch Kranken, Schwangeren sowie jungen Müttern vorangebracht. Der IVWK hat somit große finanzielle Herausforderungen zu meistern.

Der Verband ist auf Spender und Netzwerkpartner angewiesen – der Umfang der Unterstützung, die den Kinderdörfern gegeben werden kann, hängt vom Spendenaufkommen ab. Die Gremien de IVWK wirken ehrenamtlich, und auch Christel Zumdieck übt als Vorsitzende die geschäftsführenden Tätigkeiten ohne Vergütung aus. So können die Verwaltungskosten niedrig gehalten werden.

Freiwillige Helfer im Corona-Pech

Eine wichtige Rolle spielen seit Jahren die freiwilligen Helfer, die durch einen Freiwilligenbeirat begleitet werden. Leider musste die letzte Gruppe wegen Covid-19 frühzeitig zurückkehren. „Ihre Unterstützung wird schmerzlich vermisst“, sagt Christel Zumdieck, die sich wünscht, dass trotz immer wieder nötiger weltweiter Katastrophenhilfe und Unterstützung von Bedürftigkeit im nationalen und regionalen Umfeld genügend Spendenbereitschaft bleibt zur Weiterführung der internationalen Kinderdörfer und der angegliederten Projekte, die auf Selbsthilfe und Nachhaltigkeit ausgerichtet sind.

Da es weder in Ghana noch in Peru staatliche Unterstützung für die Kinderdorfkinder gibt, bewirkt jede Spende etwas: Die freie Spende hilft bei den laufenden monatlichen Kosten, eine zweckgebundene unterstützt den anzugebenden Zweck – ob ein Betrag für die schulische oder berufliche Bildung der Kinderdorfkinder, das Stipendienprogramm, den Fonds für arme Patienten oder eine Spende für Sanierungs- sowie Baumaßnahmen – jede Zuwendung bringt die Selbsthilfe voran, jede Patenschaft hilft, ein Kind aus prekären Verhältnissen zu befreien.

Der IVWK ist vom Deutschen Spendenrat mit dem Prüfsiegel für Transparenz ausgezeichnet. Nähere Informationen im Internet unter www.ivwk.de, oder telefonisch: 05252/51250.

Spendenkonten:

Sparkasse Paderborn-Detmold, IBAN: DE28 4765 0130 0000 0622 99

Verbund Volksbank OWL eG, IBAN: DE27 4726 0121 8710 9825 00

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